Aussehen & Funktion

Ausgerenkter Kiefer: Was tun, wenn der Mund offen bleibt, und warum Sie ihn nicht selbst einrenken sollten

Ein Mund, der sich nach dem Gähnen, einem großen Bissen oder einem langen Zahnarzttermin nicht mehr schließt, ist ein ausgerenkter Kiefer, und je länger man wartet, desto schwieriger wird es

Wenn Ihr Mund beim Gähnen, beim Abbeißen von einem großen Sandwich, beim Erbrechen oder am Ende einer langen Zahnbehandlung offen geblieben ist und Sie ihn nicht schließen können, ist Ihr Kiefergelenk sehr wahrscheinlich ausgerenkt (Luxation des Kiefergelenks). Der Gelenkkopf des Unterkiefers ist aus der Grube, in der er normalerweise sitzt, nach vorn geglitten und vor dem Knochenhöcker davor hängen geblieben; weil sich auch die Muskeln verkrampfen, kann er nicht von selbst zurück. Das ist schmerzhaft und beängstigend, lässt sich aber mit einem richtig ausgeführten Handgriff meist in wenigen Minuten beheben. Unten erfahren Sie, warum es zur Luxation kommt, warum es nichts bringt und riskant ist, den Mund zu Hause mit Gewalt zu schließen, was in der Notaufnahme gemacht wird, worauf Sie in den folgenden Wochen achten sollten und welche Behandlungen bei häufig wiederkehrender Luxation besprochen werden.

Kurze Antwort

Beim ausgerenkten Kiefer gleitet der Gelenkkopf des Unterkiefers nach vorn, bleibt hängen, und der offene Mund lässt sich nicht schließen. Meist passiert das beim weiten Gähnen, beim Abbeißen eines großen Bissens, beim Erbrechen oder während einer Zahnbehandlung; öfter betroffen sind Menschen mit früherer Luxation oder lockerem Gelenk. Drücken Sie den Kiefer nicht selbst zu: Laut MSD schnappt er beim Einrenken mit Muskelkraft zu und kann Finger und Zunge beißen; liegt nach einem Schlag ein Bruch vor, schadet der Versuch. Gehen Sie ohne Verzögerung in die Notaufnahme oder die Kieferchirurgie; je länger die Luxation besteht, desto schwerer lässt sie sich einrenken.

Zeichen
Der Mund bleibt offen und schließt sich nicht; der Kiefer kann zur Seite verschoben sein
Häufige Auslöser
Weites Gähnen, großer Bissen, Erbrechen, Zahnbehandlung
Wie dringend
Je länger gewartet wird, desto schwerer das Einrenken; am selben Tag
Danach
Mindestens 6 Wochen den Mund nicht weit öffnen, beim Gähnen die Faust unters Kinn

Warum der Kiefer ausrenkt und nicht von selbst zurückspringt

Das Kiefergelenk liegt direkt vor dem Ohr: Der runde Gelenkkopf des Unterkiefers (Kondylus) sitzt in einer Grube des Schläfenbeins. Wenn Sie den Mund weit öffnen, dreht sich der Gelenkkopf nicht nur, er gleitet gleichzeitig nach vorn und steigt auf den Knochenhöcker davor (Tuberculum articulare). Nach der Beschreibung von MSD Manuals rutscht der Gelenkkopf bei der vorderen Luxation vor diesen Höcker und bleibt dort hängen. In diesem Moment spannen und verkrampfen sich die Muskeln, die den Kiefer schließen, und dieser Krampf verhindert, dass der Gelenkkopf zurückgleitet. Deshalb bleibt der Mund offen.

Die typische Geschichte ist bekannt: MSD schreibt, dass am Anfang meist eine weite Öffnung mit anschließendem Beißdruck steht, zum Beispiel das Abbeißen von einem großen Sandwich mit hartem Brot, sehr weites Gähnen oder ein lange offen gehaltener Mund während einer Zahnbehandlung. In der Version für Patientinnen und Patienten nennt MSD auch das Erbrechen. Selten entsteht eine Luxation durch einen Schlag. Spontane Luxationen kommen meist bei Menschen vor, die schon einmal eine hatten; MSD weist darauf hin, dass ihre Gelenkbänder von Natur aus locker sein können und dass eine Überbeweglichkeit der Gelenke mit Kiefergelenkerkrankungen zusammenhängen kann.

Eine Luxation zu erkennen, ist nicht schwer. MSD schreibt, dass der Mund weit offen steht und sich nicht schließen lässt und dass die Schmerzen bei jedem Versuch, ihn zu schließen, zunehmen. Spontane Luxationen sind laut MSD oft beidseitig; dann wirkt der Kiefer nach vorn geschoben. Ist die Mittellinie des Unterkiefers zu einer Seite verschoben, ist die Luxation einseitig. Sprechen, Schlucken und das Halten des Speichels können schwerfallen. In der Mulde vor dem Ohr lässt sich dort, wo der Gelenkkopf sein sollte, eine Lücke tasten.

Die Luxation darf nicht mit der Kiefersperre verwechselt werden, bei der der Mund geschlossen bleibt und sich nicht öffnen lässt. Bei der Sperre ist der Mund zu und geht nicht auf; die Ursache ist meist eine Gelenkscheibe im Gelenk, die nach vorn gerutscht ist und das Öffnen blockiert. Bei der Luxation ist der Mund offen und geht nicht zu. Beides wird völlig unterschiedlich behandelt: Die Sperre ist kein Fall für die Notaufnahme, doch weil MSD schreibt, dass eine frühe Behandlung das Ergebnis deutlich verbessert, sollten Sie sich innerhalb weniger Tage in der Zahnarztpraxis oder der Kieferchirurgie vorstellen; die Luxation dagegen muss am selben Tag eingerenkt werden. Einzelheiten zur Kiefersperre finden Sie auf unserer Seite zu Knacken und Blockade im Kiefergelenk.

Warum die Zeit zählt, schreibt MSD deutlich: Je länger der Kiefer ausgerenkt bleibt, desto schwieriger wird das Einrenken und desto wahrscheinlicher wird, dass die Luxation wiederkehrt. Dauert sie länger als einige Stunden, können ein Beruhigungsmittel oder eine Betäubungsspritze ins Gelenk nötig sein, damit sich die Muskeln entspannen. Als in einem Traumazentrum in Brasilien die Akten von Patientinnen und Patienten mit Luxation ausgewertet wurden, lagen zwischen Luxation und fachärztlicher Untersuchung im Mittel 30,69 Stunden, und je länger die Luxation bestand, desto wahrscheinlicher wurde das Einrenken unter Beruhigungsmitteln über die Vene vorgenommen. In derselben Studie waren wiederkehrende Luxationen bei älteren Patientinnen und Patienten häufiger.

Warum es zu Hause nicht funktioniert, den Kiefer zu schließen, steckt in der Logik des richtigen Handgriffs. Der Schlüsselsatz in der Anleitung von MSD lautet: erst nach unten, dann nach hinten. Die Ärztin oder der Arzt legt die Daumen hinter die unteren Backenzähne oder auf den Knochenwulst daneben, drückt den hinteren Teil des Kiefers mit gleichmäßiger, kräftiger Kraft nach unten, zieht den Gelenkkopf so weit hinunter, dass er unter dem Höcker hindurchgleitet, und führt den Kiefer danach nach hinten. Der Fehler zu Hause besteht darin, nur den Mund zuzudrücken, ohne den hinteren Teil abzusenken: Solange der Gelenkkopf vor dem Höcker hängt, verstärkt jeder Versuch zu schließen den Muskelkrampf und die Schmerzen. In der Anleitung von MSD wirkt ein Druck nach oben auf das Kinn nur dann, wenn gleichzeitig ein kräftiger, anhaltender Druck nach unten auf die hinteren Zähne ausgeübt wird und die Patientin oder der Patient völlig entspannt ist. Zudem betont MSD, dass der Kiefer, sobald der Gelenkkopf zurückgleitet, mit der Kraft der verkrampften Muskeln plötzlich zuschnappt und dabei sowohl die Zunge der betroffenen Person als auch die Finger dessen, der einrenkt, zu beißen droht.

Eine Luxation nach einem Schlag ist eine eigene Kategorie. MSD nennt einen begleitenden Bruch als absolutes Hindernis für das Einrenken von Hand; auch Luxationen nicht nach vorn, sondern zur Seite, nach innen, oben oder hinten sollten laut MSD von der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie behandelt werden, und bei einer Luxation durch eine Verletzung verlangt MSD eine Computertomografie. Zu den seltenen Komplikationen des Einrenkens gehören auch ein Unterkieferbruch und das Verschieben eines bestehenden Bruchs; MSD fügt hinzu, dass ein Unterkieferbruch manchmal erst auffällt, wenn die Schmerzen nach dem Einrenken nicht vergehen. Deshalb sollte bei jemandem, dessen Mund sich nach einem Sturz, einem Unfall oder einem Faustschlag nicht schließt, zu Hause kein Handgriff versucht werden.

Welche Luxation in die Notaufnahme gehört und welche noch dringender ist

Ein ausgerenkter Kiefer muss in jedem Fall am selben Tag beurteilt werden; auch mit den Situationen in der ersten Liste wird zu Hause nicht gewartet. Die Situationen in der zweiten Liste bergen zusätzliche Risiken und verlangen, ohne Warten und ohne jeden Versuch zu Hause zu handeln.

Wann es passt

  • Wenn der Mund nach dem Gähnen oder einem großen Bissen offen geblieben ist und es keinen Schlag gabDas ist die typische spontane Luxation, die MSD beschreibt. Sie wird meist in der Notaufnahme oder in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie mit einem Handgriff eingerenkt, ohne dass ein Beruhigungsmittel nötig ist. Gehen Sie ohne Verzögerung hin.
  • Wenn Sie schon früher eine Luxation hattenMSD schreibt, dass spontane Luxationen meist bei Menschen auftreten, die schon einmal eine hatten. Sagen Sie der Ärztin oder dem Arzt, wie frühere Luxationen eingerenkt wurden, in welchem Krankenhaus und wie lange es gedauert hat.
  • Wenn es während einer Zahnbehandlung passiert istMSD zählt die Zahnbehandlung zu den typischen Auslösern. Die behandelnde Zahnärztin oder der behandelnde Zahnarzt kann den Kiefer oft gleich auf dem Stuhl einrenken; gelingt das nicht, sollten Sie an die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie überwiesen werden.
  • Wenn die Schmerzen beim Versuch zu schließen zunehmen, das Atmen aber leichtfälltMSD schreibt, dass die Schmerzen von den Versuchen herrühren, den Mund zu schließen. Hören Sie auf zu drücken, stützen Sie den Kiefer mit einem Handtuch und gehen Sie in die Notaufnahme.

Wann eher nicht

  • Wenn sich der Mund nach einem Schlag, Sturz oder Unfall nicht schließtMSD nennt einen begleitenden Bruch als absolutes Hindernis für das Einrenken von Hand und verlangt bei einer Luxation durch eine Verletzung eine Computertomografie. Versuchen Sie zu Hause keinen Handgriff; gehen Sie direkt in die Notaufnahme.
  • Wenn Ihnen das Atmen schwerfällt oder Sie Speichel und Erbrochenes nicht schlucken könnenErbrechen oder viel Speichel bei offen stehendem Mund können die Atemwege belasten. Wählen Sie die 112.
  • Wenn die Luxation seit Stunden bestehtMSD schreibt, dass das Einrenken mit dem Warten schwieriger wird und bei einer Luxation, die länger als einige Stunden besteht, ein Beruhigungsmittel oder eine Betäubungsspritze ins Gelenk nötig sein kann. Warten Sie nicht bis zum Morgen oder auf einen Termin.
  • Wenn die Person verwirrt ist, einen Krampfanfall hat oder neue Muskelkrämpfe auftretenHinter der Luxation kann ein neurologisches Ereignis oder ein anderer Notfall stecken. Wählen Sie die 112; die Beurteilung muss in der Notaufnahme erfolgen.

Wie in der Notaufnahme eingerenkt wird

Die folgende Reihenfolge zeigt auch, warum es zu Hause nicht versucht werden sollte: Ob der Handgriff gelingt, hängt davon ab, dass die Person entspannt ist, die Kraft in die richtige Richtung wirkt und ein Bruch ausgeschlossen ist.

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    Vorgeschichte und Ausschluss eines Bruchs

    Gefragt wird, wie die Luxation passiert ist, ob es einen Schlag gab und ob es schon früher Luxationen gab. MSD schreibt, dass bei Patientinnen und Patienten ohne Schlag, die schon einmal eine Luxation hatten, nicht immer ein Röntgenbild nötig ist, und empfiehlt bei einer Luxation durch eine Verletzung eine Computertomografie.

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    Die Person beruhigen

    MSD betont, dass vor dem Handgriff die Angst genommen und die Mitarbeit gesichert werden muss: Der Kiefer soll locker bleiben, der Kopf an der Lehne anliegen. Kann sich die Person nicht entspannen, können ein Beruhigungsmittel oder eine Betäubungsspritze ins Gelenk eingesetzt werden; die meisten Luxationen werden aber ohne sie eingerenkt.

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    Erst nach unten, dann nach hinten

    Die Ärztin oder der Arzt legt mit Handschuhen die mit Mullbinden umwickelten Daumen auf die unteren Backenzähne oder auf den Knochenwulst daneben und legt die übrigen Finger unter den Kiefer. Der hintere Teil des Kiefers wird mit gleichmäßiger Kraft nach unten gedrückt, der Gelenkkopf unter dem Höcker hindurchgeführt und der Kiefer dann nach hinten gelenkt. An diesem Punkt gleitet der Kiefer meist von selbst an seinen Platz.

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    Kontrolle des Erfolgs

    MSD schreibt, dass man den Erfolg daran erkennt, dass sich der Mund schließen lässt, die Muskelschmerzen aber noch eine Weile anhalten. Die Person wird gebeten, durch leichtes Öffnen und Schließen zu prüfen, ob die Zähne normal aufeinandertreffen; dabei soll sie den Mund nicht weit öffnen.

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    Der nächste Schritt, wenn es nicht gelingt

    MSD weist darauf hin, dass wiederholte erfolglose Versuche den Muskelkrampf verstärken können und das Einrenken bei manchen Patientinnen und Patienten unter tiefer Sedierung oder Vollnarkose erfolgen muss. Erfolglose Versuche zu Hause können dieselbe Wirkung haben.

  6. 6

    Anweisungen für die Entlassung

    Feuchte Wärme, bei Bedarf ein Schmerzmittel, weiche Kost in kleinen Bissen, beim Gähnen die Faust unters Kinn und manchmal für 2 bis 3 Tage ein Verband in Form einer Acht, der unter dem Kinn hindurch über den Kopf gewickelt wird (Barton-Verband).

Möglichkeiten bei wiederkehrender Luxation

Eine einzelne Luxation ist mit dem Einrenken und einigen Wochen Vorsicht meist erledigt. Kehrt sie wieder, werden zuerst einfache Maßnahmen, dann Injektionen um das Gelenk und zuletzt eine Operation besprochen.

01

Gewohnheiten, die die Öffnung begrenzen

MSD empfiehlt, den Mund nach dem Einrenken 4 bis 6 Wochen lang nicht weit zu öffnen, beim Gähnen die geschlossene Faust unter das Kinn zu legen und nach oben zu drücken und die Speisen in kleine Stücke zu teilen. Bei wiederkehrender Luxation ist der erste Schritt, diese Gewohnheiten dauerhaft beizubehalten.

02

Injektion von Eigenblut ins Gelenk

Das eigene Blut der Patientin oder des Patienten wird in den Gelenkspalt und seine Umgebung gespritzt; das entstehende Narbengewebe soll die übermäßige Beweglichkeit des Gelenks begrenzen. Eine systematische Übersicht über 22 Studien mit 982 Patientinnen und Patienten berichtet, dass diese Methode bei 75 bis 94 Prozent neue Luxationen verhindert hat. Eine weitere Übersicht über randomisierte Studien bewertet diese Injektion, kombiniert mit einer vorübergehenden Fixierung der Kiefer aneinander, heute als die Methode mit der besten wissenschaftlichen Grundlage, da es keine randomisierten Studien gibt, die chirurgische Verfahren vergleichen.

03

Injektion einer Zuckerlösung

Um das Gelenk wird eine konzentrierte Zuckerlösung (Dextrose) gespritzt, damit sich die Bänder straffen. Die systematische Übersicht nennt eine einzige Studie mit 32 Patientinnen und Patienten, in der Eigenblut Luxationen bei einer Nachbeobachtung von drei Monaten wirksamer begrenzte als diese Methode; die vergleichenden Belege sind also begrenzt.

04

Operation

MSD schreibt, dass die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie hinzugezogen wird, wenn einfachere Methoden ausgeschöpft sind, und dass als letzte Möglichkeit die Bänder um das Gelenk chirurgisch gestrafft oder der Knochenhöcker, an dem der Gelenkkopf hängen bleibt, verkleinert werden kann. Randomisierte Studien, die diese Verfahren vergleichen, gibt es noch nicht.

05

Vorsorge bei Zahnbehandlungen

Die Zahnbehandlung ist ein bekannter Auslöser. Wenn Sie schon einmal eine Luxation hatten, sagen Sie das zu Beginn jeder Behandlung; kurze Sitzungen, bei denen der Mund weniger lange offen bleibt, Pausen und Stützen, die die Mundöffnung begrenzen, können Sie mit Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt besprechen. Ist eine lange Behandlung geplant, die viele Zähne betrifft, gehört diese Information zur Planung.

Häufige Fehler bei einem ausgerenkten Kiefer

Das Folgende sind Verhaltensweisen, die das Einrenken erschweren, das Risiko einer erneuten Luxation erhöhen oder zu Verletzungen führen.

Den Mund mit Gewalt schließen wollen

Solange der Gelenkkopf vor dem Höcker hängt, bringt es nichts, den Mund zuzudrücken; MSD schreibt, dass die Schmerzen von den Versuchen herrühren, den Mund zu schließen, und wiederholte erfolglose Versuche den Muskelkrampf verstärken. Der richtige Handgriff ist erst hinten nach unten, dann nach hinten, und ihn führt die Ärztin oder der Arzt aus.

Die Finger in den Mund stecken und von Angehörigen einrenken lassen

MSD schreibt, dass der Kiefer, sobald das Gelenk zurückgleitet, mit Muskelkraft plötzlich zuschnappt und dabei Finger und Zunge zu beißen droht. Deshalb umwickeln Ärztinnen und Ärzte ihre Daumen mit Mull oder legen sie auf den Knochenwulst außen neben den Zähnen.

Nach einem Schlag einen Handgriff versuchen

MSD nennt einen Bruch als absolutes Hindernis für das Einrenken. Bei einem unerkannten Bruch kann der Handgriff die Bruchstücke verschieben. Zuerst braucht es eine Bildgebung.

Nach dem Einrenken sofort zu alten Gewohnheiten zurückkehren

MSD schreibt, dass es nach dem Einrenken am wichtigsten ist, den Mund mindestens 6 Wochen lang nicht weit zu öffnen. Große Bissen, weites Gähnen und lange Zahnarzttermine bereiten in dieser Zeit einer erneuten Luxation den Boden.

Was Sie nach dem Einrenken erwartet

Der folgende Ablauf gilt für eine einzelne vordere Luxation, die mit einem Handgriff eingerenkt wurde. Bei wiederkehrender oder verletzungsbedingter Luxation hat der Plan der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes Vorrang.

  1. Die ersten Stunden

    Der Mund lässt sich schließen, aber Schmerzen und Müdigkeit in den Kiefermuskeln halten an. MSD empfiehlt feuchte Wärme und bei Bedarf ein Schmerzmittel wie Ibuprofen.

  2. Die ersten 2 bis 3 Tage

    Hält die Ärztin oder der Arzt es für nötig, begrenzt ein Verband, der unter dem Kinn hindurch über den Kopf gewickelt wird, die weite Mundöffnung. MSD schreibt, dass der Verband unangenehm sein und Essen und Trinken erschweren kann und es deshalb schwerfallen kann, ihn zu tragen.

  3. 4 bis 6 Wochen

    Den Mund nicht weit öffnen, beim Gähnen die Faust unters Kinn legen, weich und in kleinen Bissen essen. MSD betont, dass es am wichtigsten ist, mindestens 6 Wochen lang eine weite Öffnung zu vermeiden. Verschieben Sie geplante Zahnbehandlungen in dieser Zeit nach Möglichkeit oder halten Sie sie kurz.

  4. Danach

    Kommt die Luxation nicht wieder, kehren Sie zum gewohnten Alltag zurück. Kommt sie wieder, sollten in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Injektionen oder eine Operation besprochen werden.

Warten Sie in diesen Fällen nicht

  • Ihr Mund ist erneut offen geblieben. Drücken Sie zu Hause nicht, sondern gehen Sie noch am selben Tag in die Notaufnahme oder die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie.
  • Nach dem Einrenken vergehen die Schmerzen nicht oder die Zähne treffen nicht mehr wie gewohnt aufeinander. MSD schreibt, dass ein Unterkieferbruch manchmal daran erkannt wird, dass die Schmerzen nach dem Einrenken anhalten. Lassen Sie sich erneut untersuchen; eine Bildgebung kann nötig sein.
  • Der Kiefer ist in kurzer Zeit zum zweiten oder dritten Mal ausgerenkt. Vereinbaren Sie wegen der wiederkehrenden Luxation einen Termin in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie; Injektionen und Operation werden in dieser Phase besprochen.
  • Vor dem Ohr treten eine Schwellung, Fieber oder zunehmende Schmerzen auf. Es kann eine Entzündung oder ein anderes Problem um das Gelenk vorliegen; lassen Sie sich noch in derselben Woche untersuchen.

Was den Umfang bestimmt

Eine einzelne Luxation wird in der Notaufnahme meist mit einem Handgriff eingerenkt, der wenige Minuten dauert; größer wird der Umfang durch die Dauer der Luxation, einen begleitenden Bruch und Wiederholungen. Diese Posten bestimmen ihn:

Dauer der Luxation
Eine kurze Luxation wird meist ohne Medikamente eingerenkt; bei einer Luxation, die seit Stunden besteht, können Sedierung oder Vollnarkose nötig sein.
Bildgebung
Eine Computertomografie nach einem Schlag oder ein Panoramaröntgenbild bei unklarer Diagnose sind eigene Posten.
Wiederholung
Eine einzelne Luxation und die Injektion oder Operation bei wiederkehrender Luxation haben einen sehr unterschiedlichen Umfang.
Begleitendes Gelenkproblem
Bestehen eine Überbeweglichkeit der Gelenke oder eine Kiefergelenkerkrankung, müssen sie gesondert beurteilt und beobachtet werden.

Häufige Fragen

Woran erkennt man einen ausgerenkten Kiefer?

Ihr Mund bleibt offen, und Sie können ihn nicht schließen; bei jedem Versuch nehmen die Schmerzen zu. Bei einer beidseitigen Luxation wirkt der Kiefer nach vorn geschoben, bei einer einseitigen ist die Mittellinie des Unterkiefers zu einer Seite verschoben. Sprechen und Schlucken können schwerfallen.

Warum renkt der Kiefer aus?

Laut MSD meist durch Beißdruck nach einer weiten Öffnung, etwa beim Abbeißen eines großen Bissens, beim weiten Gähnen, beim Erbrechen oder während einer Zahnbehandlung. Häufiger betroffen sind Menschen, die schon einmal eine Luxation hatten und lockere Gelenkbänder haben. Selten entsteht sie durch einen Schlag.

Kann ich einen ausgerenkten Kiefer selbst wieder einrenken?

Versuchen Sie es nicht. Der richtige Handgriff verlangt bei völlig entspannter Person einen kräftigen Druck nach unten auf die hinteren Zähne und danach eine Führung nach hinten; den Mund nur zuzudrücken, verstärkt Muskelkrampf und Schmerzen. MSD schreibt, dass der Kiefer beim Einrenken mit Muskelkraft plötzlich zuschnappt und Finger und Zunge beißen kann und dass das Einrenken schaden kann, wenn nach einem Schlag ein Bruch vorliegt. Wiederholte erfolglose Versuche verstärken außerdem den Muskelkrampf.

Wohin gehe ich mit einem ausgerenkten Kiefer?

Am selben Tag in die Notaufnahme oder in die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Ist es während einer Zahnbehandlung passiert, kann die behandelnde Zahnärztin oder der behandelnde Zahnarzt einrenken. Nach einem Schlag gehen Sie direkt in die Notaufnahme; zuerst muss ein Bruch ausgeschlossen werden.

Wie lange dauert die Heilung nach einem ausgerenkten Kiefer?

Nach dem Einrenken schließt sich der Mund sofort, die Muskelschmerzen halten aber eine Weile an. MSD empfiehlt, den Mund mindestens 6 Wochen lang nicht weit zu öffnen, beim Gähnen die Faust unters Kinn zu legen und die Speisen in kleine Stücke zu teilen.

Mein Kiefer renkt oft aus, was soll ich tun?

Wenden Sie sich an die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Bei wiederkehrender Luxation verhinderte die Methode, bei der Eigenblut ins Gelenk gespritzt wird, in einer systematischen Übersicht bei 75 bis 94 Prozent der Patientinnen und Patienten neue Luxationen. Reicht das nicht, werden chirurgische Möglichkeiten wie das Straffen der Gelenkbänder oder das Verkleinern des Knochenhöckers, an dem der Gelenkkopf hängen bleibt, besprochen.

Ist ein ausgerenkter Kiefer dasselbe wie eine Kiefersperre?

Nein. Bei der Luxation bleibt der Mund offen und schließt sich nicht; der Gelenkkopf ist nach vorn herausgesprungen und muss am selben Tag eingerenkt werden. Bei der Sperre ist der Mund geschlossen und lässt sich nicht öffnen; die Ursache ist meist eine verrutschte Gelenkscheibe, und in der Regel ist es kein Notfall.

Kann der Kiefer während einer Zahnbehandlung ausrenken?

Ja; MSD zählt die Zahnbehandlung zu den typischen Auslösern. Wenn Sie schon einmal eine Luxation hatten, sagen Sie das zu Beginn jeder Behandlung und fragen Sie: Können die Sitzungen kurz gehalten werden, sind Pausen möglich, kann eine Stütze verwendet werden, die die Mundöffnung begrenzt?

Quellen

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