Mundschleimhaut und Lippen
Weißer Fleck im Mund, der sich nicht abwischen lässt: Pilz oder Leukoplakie?
Wischen Sie zuerst sanft mit einem Mulltupfer darüber: Weiß, das abgeht, und Weiß, das bleibt, führen auf zwei verschiedene Wege
Wenn Sie einen weißen Fleck im Mund bemerken, lautet die erste Frage: Lässt er sich abwischen? Ein Belag, der abgeht und darunter eine rote, leicht blutende Fläche hinterlässt, ist meist ein Mundpilz und heilt mit Medikamenten ab. Ein weißer Fleck, der sich nicht abwischen lässt und bleibt, gehört dagegen in eine andere Gruppe: Er kann die Spur eines Bisses in die Wange, einer scharfen Zahnkante oder einer wackelnden Prothese sein, die reibt, er kann aber auch eine Leukoplakie sein, die mit dem Rauchen zusammenhängt (ein nicht abwischbarer weißer Belag im Mund). Unten finden Sie zwei einfache Unterscheidungen, die Sie zu Hause vornehmen können, die Frist von 2 Wochen, die Ärztinnen und Ärzte abwarten, und die Fragen, die Sie stellen sollten, wenn eine Biopsie empfohlen wird.
Kurze Antwort
Ein weißer Fleck, der sich nicht abwischen lässt, ist meist kein Pilz; Pilzbelag geht beim Abwischen ab und hinterlässt rote, leicht blutende Punkte. Ein bleibender Fleck kann von Reibung, Wangenbeißen, Lichen planus (einer immunbedingten Entzündung der Mundschleimhaut) oder einer Leukoplakie stammen. Leukoplakien sind meist schmerzlos und hängen mit dem Rauchen zusammen; ein kleiner Teil kann mit der Zeit zu Krebs werden, man darf sie nicht übersehen. MSD Manuals rät, nicht abwischbare weiße, rote oder gemischte Stellen, die über 2 Wochen bestehen, ärztlich zeigen zu lassen. Reizende Kanten oder Prothesen werden korrigiert; bleibt der Fleck, überweist die Zahnarztpraxis zur Biopsie.
- Die erste Unterscheidung zu Hause
- Geht er mit einem Mulltupfer ab oder bleibt er?
- Wann zur Ärztin oder zum Arzt
- Nicht abwischbare weiße oder rote Stelle, die länger als 2 Wochen besteht
- Stärkster Risikofaktor
- Rauchen und Tabak, Alkohol, schlecht sitzende Prothese
- Sichere Diagnose
- Biopsie; nach dem Aussehen lässt sich Krebs nicht ausschließen
Warum sich ein weißer Fleck nicht abwischen lässt und was das bedeutet
Die Schleimhaut, die den Mund innen auskleidet, ist normalerweise dünn und rosa. Wird eine Stelle lange gereizt, bilden die Zellen dort zum Schutz eine dickere Schicht aus dem harten Eiweiß, das auch die Haut bedeckt (Keratin). Auf einer feuchten Oberfläche wirkt diese dicke Schicht weiß. MSD Manuals schreibt, dass eine Leukoplakie genau so entsteht: als flacher weißer Fleck, der sich nach langer Reizung der Mundschleimhaut entwickelt. Weil diese Schicht zum Gewebe selbst gehört, lässt sie sich weder abkratzen noch abbürsten; das ist der grundlegende Unterschied zum Pilzbelag.
Ein Mundpilz (Mundsoor) ist dagegen eine Hefeschicht, die sich auf der Schleimhaut ablagert. Der NHS schreibt, dass bei Erwachsenen mit Mundpilz das Mundinnere gerötet ist und weiße Flecken trägt, nach deren Abwischen rote Punkte zurückbleiben, die bluten können. Hinzukommen können eingerissene Mundwinkel, ein veränderter Geschmack, ein schlechter Geschmack im Mund und Schmerzen an Zunge oder Zahnfleisch. Langfristige Antibiotikaeinnahme, Asthmasprays, Chemotherapie, das Schlafen mit der Prothese und schlecht sitzende Prothesen gehören zu den Umständen, die einen Pilz begünstigen.
Auf diesem Unterschied beruht die erste Unterscheidung, die Sie zu Hause vornehmen können. Waschen Sie sich die Hände, wickeln Sie einen sauberen Mulltupfer um den Finger oder nehmen Sie eine weiche Zahnbürste und wischen Sie ein- oder zweimal sanft über die weiße Stelle. Geht das Weiß ab und bleibt darunter eine gerötete, leicht blutende Fläche, passt das Bild zu einem Pilz. Verändert sich nichts, sitzt der Fleck im Gewebe; dann treten die anderen Möglichkeiten unten in den Vordergrund. Drücken Sie nicht fest und kratzen Sie nicht; es geht darum zu sehen, ob sich die Schicht bewegen lässt, nicht darum, die Schleimhaut zu verletzen.
Der zweite Test für zu Hause betrifft eine flächige, milchige Weißfärbung der Wangeninnenseite. Dieses Bild heißt Leukoödem (eine harmlose, flächige Weißfärbung der Wangenschleimhaut), ist häufig und tritt meist an beiden Wangen gleichzeitig auf. In einem Fallbericht im Journal of Dental Sciences schreiben die Autorinnen und Autoren, dass das Weiß verschwindet, wenn die Wangenschleimhaut gedehnt wird, und dass dieser Dehnungstest bei der Diagnose sehr hilfreich ist. Ziehen Sie vor dem Spiegel Ihre Wange mit zwei Fingern nach außen: Verschwindet das Weiß, ist es sehr wahrscheinlich ein Leukoödem. Im selben Bericht heißt es auch, dass das Leukoödem bei Rauchenden häufiger und ausgeprägter ist.
Ein großer Teil der nicht abwischbaren weißen Flecken hat eine erkennbare Ursache. Eine scharfe, abgebrochene Zahnkante, ständiges Beißen auf Zunge oder Wange, eine alte Füllung mit stechender Kante oder eine schlecht sitzende Prothese reiben immer wieder an derselben Stelle und führen zu einer Verdickung. Der NHS schreibt, dass die Zahnärztin oder der Zahnarzt zuerst Ursachen wie eine Pilzinfektion und Wangenbeißen ausschließt. Auch Cleveland Clinic weist darauf hin, dass bei Prothesentragenden geprüft wird, ob die Prothese am Zahnfleisch oder an der Wange reibt. Ist die Ursache beseitigt, ist zu erwarten, dass solche Flecken zurückgehen.
Eine Studie aus den Niederlanden zeigt, wie wichtig diese Unterscheidung in der Praxis ist. Von 275 aufeinanderfolgenden Patientinnen und Patienten, die in einem niederländischen Krankenhaus zwischen 1997 und 2012 mit der Verdachtsdiagnose Leukoplakie gesehen wurden, erhielten nur 176 nach strengen klinischen und pathologischen Kriterien die gesicherte Diagnose Leukoplakie. Bei einem Teil der übrigen ging der Fleck zurück, als eine Ursache wie Reibung oder eine Füllung beseitigt wurde, ein Teil erschien nicht zur Kontrolle oder Biopsie, bei einem Teil ließ sich die Diagnose durch die Biopsie nicht bestätigen; bei 5 der 181 klinisch als Leukoplakie bezeichneten Flecken ergab die Biopsie eine andere Diagnose, und zwei davon waren Krebs. Die Autorinnen und Autoren empfehlen, bei einer erkennbaren Ursache diese zu beseitigen und höchstens 4 Wochen abzuwarten. Sie schlagen vor, die Leukoplakie als den weißen Fleck zu definieren, der übrig bleibt, wenn alle anderen klinisch und mikroskopisch bestimmbaren weißen Erkrankungen ausgeschlossen sind.
Das Aussehen einer Leukoplakie beeinflusst auch ihr Risiko. Cleveland Clinic unterscheidet zwei Typen: Die homogene Leukoplakie, ein flacher weißer Fleck mit glatter, gefurchter oder gerippter Oberfläche, bleibt meist gutartig; der nicht homogene Typ mit unregelmäßiger Form, einer Mischung aus Weiß und Rot und möglicher Erhabenheit wird in Studien etwa siebenmal häufiger zu Krebs. MSD Manuals schreibt, dass rote, flache, verdünnte Stellen (Erythroplakie) weit bedenklicher sind als ein weißer Fleck. Sehen Sie innerhalb des Flecks rote Bereiche, verkürzt sich die Wartezeit.
Was sagen die Zahlen? In einer in Head & Neck veröffentlichten Metaanalyse, die 92 Studien zusammenfasst, lag die Rate, mit der eine Leukoplakie im Beobachtungszeitraum zu Krebs wurde, bei 9,5 Prozent; das Konfidenzintervall ist breit und reicht von 5,9 bis 14 Prozent. Die Autorinnen und Autoren schätzen die jährliche Rate auf etwa 1,56 Prozent. In derselben Studie lag die Rate bei roten Flecken (Erythroplakie) bei 33,1 Prozent (mit sehr breitem Bereich von 13,6 bis 56,1 Prozent), bei einer rasch fortschreitenden Unterform, die meist das Zahnfleisch betrifft (proliferative verruköse Leukoplakie), bei 49,5 Prozent (26,7 bis 72,4 Prozent), beim Lichen planus dagegen bei 1,4 Prozent. Diese Raten bedeuten nicht, dass jeder Fleck zu Krebs wird; die meisten Flecken bleiben gutartig. Weil sich aber mit bloßem Auge nicht erkennen lässt, welcher gutartig bleibt, braucht es Kontrollen.
Der Lichen planus verdient eine eigene Erwähnung. Cleveland Clinic schreibt, dass sich der orale Lichen planus mit netz- oder spitzenartigen weißen Linien an der Wangeninnenseite, weißen Flecken an Zunge oder Zahnfleisch und manchmal mit leuchtend rotem Zahnfleisch und Wunden zeigt und bei Frauen 3- bis 4-mal häufiger ist als bei Männern. Er gilt nicht als gefährlich, trägt aber ein kleines Risiko, zu Krebs zu werden, und braucht deshalb ebenfalls regelmäßige Kontrollen. Ein Spitzenmuster, eine symmetrische Lage an beiden Wangen und Brennen bei scharfen oder sauren Speisen sprechen für dieses Bild; die sichere Diagnose stellt meist ebenfalls die Biopsie.
Welcher weiße Fleck beobachtet werden kann und welcher nicht warten darf
Die Situationen in der ersten Liste sind meist harmlos oder heilen mit einer einfachen Behandlung ab. Trifft ein Punkt der zweiten Liste zu, gehen Sie in die Zahnarztpraxis, ohne die 2 Wochen abzuwarten.
Wann es passt
- Wenn er sich abwischen lässt und darunter eine gerötete Stelle bleibtDas ist das Bild des Mundpilzes, das der NHS beschreibt. Er wird nach Rücksprache mit der Apotheke oder der Ärztin oder dem Arzt mit einem Mundgel behandelt; der NHS möchte, dass Sie sich ärztlich vorstellen, wenn nach 1 Woche Behandlung keine Besserung eintritt.
- Wenn das Weiß verschwindet, sobald Sie die Wange dehnenVerschwindet ein symmetrisches, milchiges, flaches Weiß an beiden Wangen beim Dehnungstest, liegt ein Leukoödem nahe. Es gilt als harmlos; zeigen Sie es bei Ihrer nächsten Zahnkontrolle.
- Wenn der Fleck genau gegenüber einem scharfen Zahn oder der Prothese liegtEs kann eine Reibungsspur sein. Nachdem die Kante geglättet oder die Prothese angepasst wurde, ist zu erwarten, dass der Fleck zurückgeht. Geht er nicht zurück, gehört er nicht mehr in diese Liste.
- Wenn an der Wangeninnenseite auf Höhe der Bisslinie ein rauer, weißer Bereich liegtDie Angewohnheit, auf Wangen- oder Lippeninnenseite zu beißen, kann dort, wo Ober- und Unterkiefer aufeinandertreffen, raue, sich ablösende weiße Bereiche hinterlassen. Wird die Angewohnheit aufgegeben, ist eine Besserung zu erwarten.
Wann eher nicht
- Wenn im weißen Fleck rote Bereiche liegenFlecken, in denen sich Weiß und Rot mischen, und auch rote Flecken tragen ein höheres Risiko als ein weißer Fleck. NICE empfiehlt, dass die Zahnärztin oder der Zahnarzt bei diesem Bild zu einer dringenden Abklärung überweist.
- Wenn der Fleck seit mehr als 2 Wochen unverändert bestehtMSD Manuals schreibt, dass weiße, rote oder gemischte Stellen, die sich nicht abwischen lassen, länger als 2 Wochen bestehen und sich nicht durch eine andere Erkrankung erklären lassen, eine Krebsvorstufe sein können.
- Wenn der Fleck verhärtet, erhaben ist, eine Wunde trägt oder blutetEine erhabene, verhärtete, raue oder leicht blutende Oberfläche und rasches Wachstum sind verdächtige Merkmale. Der NHS nennt eine Wunde im Mund, die länger als 3 Wochen besteht, und eine Schwellung im Mund oder an der Lippe als Gründe, ärztliche Hilfe zu suchen.
- Wenn Sie rauchen oder Ihre Abwehr geschwächt istRauchen und Tabak sind der stärkste Risikofaktor für eine Leukoplakie. Der NHS möchte, dass Menschen mit geschwächter Abwehr (zum Beispiel bei HIV oder nach einer Organtransplantation) einen weißen Fleck auf der Zunge zusätzlich ärztlich zeigen.
Wie es in der Praxis abläuft
Der folgende Ablauf beschreibt die Schritte, die Sie erwarten sollten, wenn Sie mit einem nicht abwischbaren weißen Fleck in die Zahnarztpraxis gehen. Wird ein Schritt übersprungen, können Sie nach dem Grund fragen.
- 1
Vorgeschichte: seit wann, was nehmen Sie
Gefragt wird, seit wann der Fleck besteht, ob Sie rauchen, Tabak nutzen oder Alkohol trinken, welche Medikamente Sie nehmen, ob Sie eine Prothese tragen und ob Sie eine Erkrankung haben, die die Abwehr beeinflusst. Wissen Sie nicht, wann Sie den Fleck bemerkt haben, sagen Sie das; MSD schreibt, dass auch Flecken, deren Dauer unbekannt ist, zur Biopsie geschickt werden sollten.
- 2
Wischtest und Dehnen der Wange
Geprüft wird, ob sich der Fleck abwischen lässt, ob er beim Dehnen verschwindet, ob seine Oberfläche glatt oder rau ist und ob er rote Bereiche enthält. Bei Verdacht auf einen Pilz kann eine Probe aus einem Abstrich unter dem Mikroskop untersucht werden.
- 3
Tastuntersuchung und Kontrolle des Halses
Der NHS schreibt, dass die Ärztin oder der Arzt in den Mund sieht und tastet und auch Hals und den Bereich unter dem Kiefer mit den Händen untersucht. Gesucht wird nach einer Verhärtung unter dem Fleck oder einem geschwollenen Lymphknoten am Hals.
- 4
Den Reiz beseitigen und 2 Wochen abwarten
Eine scharfe Kante wird geglättet, eine stechende Füllung erneuert, die Prothese angepasst oder Sie werden gebeten, sie nachts herauszunehmen; ein Pilz wird behandelt. Danach wird der Fleck erneut kontrolliert. Die 2-Wochen-Grenze von MSD bestimmt den Zeitpunkt dieser Kontrolle.
- 5
Biopsie bei einem Fleck, der nicht verschwindet
Ist der Fleck nicht zurückgegangen oder wirkt er schon auf den ersten Blick verdächtig, wird ein kleines Stück entnommen und in die Pathologie geschickt. Cleveland Clinic schreibt, dass jede verdächtige Leukoplakie biopsiert werden sollte, weil nur so festgestellt werden kann, ob sie zu Krebs werden könnte. Die Biopsie wird meist in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie oder in einer Abteilung für Mundschleimhauterkrankungen unter örtlicher Betäubung vorgenommen.
- 6
Der Plan nach dem pathologischen Befund
Im Bericht steht, ob die Zellen Unregelmäßigkeiten (Dysplasie) zeigen und, wenn ja, in welchem Grad. In der Metaanalyse hingen mittelgradige und schwere Dysplasien deutlich stärker mit einer Krebsentwicklung zusammen als leichte. Je nach diesem Grad, der Lage und der Größe des Flecks läuft der Plan auf Beobachtung oder Entfernung hinaus.
Was je nach Ursache getan wird
Für einen weißen Fleck gibt es nicht die eine Behandlung; was getan wird, hängt davon ab, was der Fleck ist.
Mundpilz: Pilzmittel und Prothesenhygiene
Der NHS empfiehlt die Behandlung mit einem Mundgel aus der Apotheke, die Prothese täglich zu reinigen, sie nachts nicht zu tragen und eine schlecht sitzende Prothese nicht mehr zu verwenden. Weil sich der Pilz bei Prothesentragenden oft auf der Prothesenoberfläche hält, muss neben dem Mund auch die Prothese gereinigt werden.
Reibungs- und Bissspuren: die Ursache beseitigen
Eine scharfe Zahnkante wird geglättet, eine abgebrochene Füllung erneuert, die stechende Kante der Prothese angepasst. Ist die Ursache beseitigt, wird der Fleck beobachtet.
Leukoplakie: mit dem Rauchen aufhören und beobachten
Der NHS schreibt, dass eine Leukoplakie nicht immer behandelt werden muss, dass der Fleck kleiner werden oder verschwinden kann, wenn man mit dem Rauchen aufhört, weniger Alkohol trinkt und keinen Tabak kaut, und dass regelmäßige Kontrollen sicherstellen, dass er nicht wächst.
Risikobehaftete Leukoplakie: Entfernung
Flecken, bei denen ein Krebsrisiko angenommen wird, werden unter örtlicher Betäubung mit dem Skalpell oder dem Laser entfernt. Cleveland Clinic nennt auch Vereisung (Kryotherapie) und eine Behandlung mit lichtaktivierten Medikamenten als Möglichkeiten. Der NHS weist darauf hin, dass die Heilung meist schnell verläuft.
Lichen planus: Behandlung, die die Beschwerden lindert
Cleveland Clinic schreibt, dass es für den oralen Lichen planus keine Heilung gibt, dass ohne Beschwerden womöglich keine Behandlung nötig ist, in schmerzhaften Phasen Medikamente Linderung verschaffen und bei den Kontrollen auf Krebsvorstufen geachtet wird.
Wenn der Fleck unter einer alten, schlecht sitzenden Prothese liegt
Im Lauf der Jahre baut sich der Knochen ab, die Prothese beginnt zu wackeln und an bestimmten Stellen zu reiben. Zuerst muss der Fleck im Hinblick auf Diagnose und Kontrolle geklärt werden; wird über eine neue Prothese oder eine festsitzende Lösung gesprochen, ist das erst nach dem Biopsiebefund und der abgeschlossenen Heilung an der Reihe.
Häufige Fehler bei einem weißen Fleck
Das Folgende sind die falschen Entscheidungen, die bei dieser Beschwerde am häufigsten vorkommen. Wir schreiben sie auf, damit Sie die richtigen Fragen stellen können, in welche Praxis Sie auch gehen.
Einen nicht abwischbaren Fleck für einen Pilz halten und monatelang Medikamente auftragen
Ein Pilzmittel lässt eine nicht abwischbare Leukoplakie nicht verschwinden; es verzögert nur die Diagnose. Der NHS möchte, dass Sie sich ärztlich vorstellen, wenn ein Mundgel nach 1 Woche nicht anschlägt. Hat sich der Fleck mit dem Medikament nicht verändert, stellen Sie die Diagnose erneut infrage.
Ihn nicht ernst nehmen, weil er nicht wehtut
Der NHS schreibt, dass Leukoplakie-Flecken meist schmerzlos sind. Schmerzfreiheit ist keine Sicherheit; dass es nicht wehtut, zeigt nicht, dass der Fleck gutartig ist.
Ohne Biopsiebefund zur Beobachtung übergehen
In der niederländischen Studie ergab die Biopsie bei 5 von 181 klinisch als Leukoplakie bezeichneten Flecken eine andere Diagnose, und zwei davon waren Krebs; das Mikroskop kann also auch bei einem harmlos aussehenden Fleck etwas anderes zeigen. MSD schreibt, dass sich Krebs nach dem Aussehen schwer ausschließen lässt und die meisten Flecken, die länger als einige Wochen bestehen, biopsiert werden sollten.
Die Kontrollen beenden, weil der Fleck entfernt wurde
Cleveland Clinic schreibt, dass eine Leukoplakie nach der Entfernung in etwa 15 Prozent der Fälle wiederkehren kann, und empfiehlt Kontrollen alle 6 bis 12 Monate über mehrere Jahre. Wird weiter geraucht, bleibt der Boden dafür bestehen.
Wie lange es dauert
Die Zeiten hängen davon ab, was der Fleck ist. Der folgende Ablauf ist ein allgemeiner Rahmen; der Plan der Ärztin oder des Arztes, die oder der Sie untersucht, hat Vorrang.
Die erste Woche
Wurde eine Pilzbehandlung begonnen, sollten die Beschwerden nachlassen. Der NHS möchte, dass Sie sich ärztlich vorstellen, wenn nach 1 Woche Mundgel keine Besserung eintritt.
Die ersten 2 Wochen
Wurde die Reibungsquelle beseitigt, sollte der Fleck zurückgehen. Ist er nach 2 Wochen noch da, ist es Zeit für die Überweisung zur Biopsie.
Nach der Biopsie
Fragen Sie bei der Ärztin oder dem Arzt, die oder der die Biopsie vornimmt, wann der Befund vorliegt. Die Biopsiestelle heilt wie eine kleine Wunde. Der Plan richtet sich nach der Diagnose und dem Dysplasiegrad im pathologischen Bericht.
Langfristig
Wurde bei Ihnen eine Leukoplakie festgestellt, gehen die regelmäßigen Kontrollen weiter, unabhängig davon, ob der Fleck entfernt wurde oder nicht. Cleveland Clinic empfiehlt Kontrollen alle 6 bis 12 Monate über mehrere Jahre.
Warten Sie in diesen Fällen nicht
- Im weißen Fleck sind rote Bereiche aufgetreten oder der Fleck wächst rasch. Warten Sie nicht auf die nächste Kontrolle; gehen Sie in Ihre Zahnarztpraxis und erwähnen Sie diese Veränderung ausdrücklich.
- An der Stelle des Flecks hat sich eine Wunde gebildet, die seit 3 Wochen nicht heilt. Der NHS nennt eine Wunde im Mund, die länger als 3 Wochen besteht, als Grund, ärztliche Hilfe zu suchen.
- Sie haben am Hals eine tastbare Schwellung bemerkt. Der NHS führt Schwellungen im Mund, an der Lippe, am Hals oder im Rachen in derselben Liste; erwähnen Sie sie bei der Untersuchung unbedingt.
- Ihnen fällt das Schlucken oder Sprechen schwer, oder Ihre Stimme bleibt heiser. Der NHS nennt auch diese Zeichen als Gründe, ärztliche Hilfe zu suchen. Kommt ein ungewollter Gewichtsverlust dazu, warten Sie nicht.
Was die Kosten bestimmt
Wir nennen hier keine einzelne Zahl, denn hinter einem weißen Fleck kann eine Pilzbehandlung von wenigen Tagen stecken, das Glätten einer Zahnkante, aber auch eine Biopsie und eine chirurgische Entfernung. Diese Posten bestimmen den Umfang:
- Was der Fleck ist
- Pilz, Reibungsspur, Lichen planus und Leukoplakie sind völlig verschiedene Wege und fallen oft in verschiedene Fachbereiche.
- Ob eine Biopsie nötig ist
- Die Gewebeentnahme und die pathologische Untersuchung sind eigene Posten; manchmal sind Proben von mehreren Stellen nötig.
- Die Beseitigung der Reizquelle
- Zwischen dem Polieren einer Kante und der Neuanfertigung einer Prothese liegt ein großer Unterschied.
- Die Dauer der Kontrollen
- Weil die Kontrollen bei einer Leukoplakie über Jahre gehen können, bestimmen sie den Gesamtaufwand, nicht ein einmaliger Eingriff.
Häufige Fragen
Woher kommt ein weißer Fleck im Mund, der sich nicht abwischen lässt?
Die häufigsten Ursachen sind Reibung (scharfe Zahnkante, stechende Füllung, schlecht sitzende Prothese), Beißen auf Wangen- oder Lippeninnenseite, Lichen planus und eine mit dem Rauchen zusammenhängende Leukoplakie. Ein weißer Belag, der abgeht, ist dagegen meist ein Pilz. Was es ist, sagt sicher nur die Untersuchung, bei Bedarf die Biopsie.
Pilz oder Leukoplakie, wie erkenne ich das?
Wischen Sie sanft mit einem sauberen Mulltupfer darüber. Laut NHS hinterlassen Pilzflecken beim Abwischen rote Punkte, die bluten können; eine Leukoplakie lässt sich dagegen weder abwischen noch abkratzen. Ein nicht abwischbarer Fleck verschwindet mit einem Pilzmittel meist nicht; tut er es nicht, muss die Diagnose erneut hinterfragt werden.
Ist ein weißer Fleck im Mund Krebs?
Meist nicht. MSD Manuals schreibt, dass die meisten weißen Flecken im Mund gutartig sind. Ein kleiner Teil der Leukoplakien kann jedoch mit der Zeit zu Krebs werden; in einer Metaanalyse von 92 Studien lag diese Rate im Beobachtungszeitraum bei 9,5 Prozent (mit breitem Bereich von 5,9 bis 14 Prozent). Weil man mit bloßem Auge nicht erkennt, welcher Fleck sich verändert, braucht ein Fleck, der nicht verschwindet, eine Biopsie.
Nach wie vielen Tagen sollte ich mit einem weißen Fleck zur Ärztin oder zum Arzt?
MSD Manuals schreibt, dass weiße, rote oder gemischte Stellen, die sich nicht abwischen lassen und länger als 2 Wochen bestehen, eine Krebsvorstufe sein können. Enthält der Fleck Rötungen, Verhärtungen oder eine Wunde, gehen Sie ohne Warten. Ist aus dem Fleck eine Wunde geworden, liegt die Schwelle des NHS bei 3 Wochen.
Verschwindet eine Leukoplakie, wenn ich mit dem Rauchen aufhöre?
Das kann sein. Der NHS schreibt, dass der Fleck kleiner werden oder verschwinden kann, wenn man mit dem Rauchen aufhört, weniger Alkohol trinkt und keinen Tabak kaut. Trotzdem braucht es regelmäßige Kontrollen, um sicherzugehen, dass er nicht wächst.
Tut eine Biopsie weh, und wie wird sie gemacht?
Weil die Stelle mit einer örtlichen Betäubung betäubt wird, spüren Sie während des Eingriffs keine Schmerzen. Aus dem Fleck wird ein kleines Stück entnommen und in die Pathologie geschickt; ist der Fleck klein, wird er manchmal gleich ganz entfernt. Danach heilt die Stelle wie eine kleine Wunde.
Was sollte ich beim Biopsiebefund fragen?
Fragen Sie, wie die Diagnose lautet, ob eine Dysplasie (Unregelmäßigkeit der Zellen) vorliegt und in welchem Grad, ob der Fleck vollständig entfernt wurde und in welchen Abständen und wie viele Jahre lang die Kontrollen stattfinden. Eine mittelgradige oder schwere Dysplasie trägt ein höheres Risiko als eine leichte.
Ist das Weiß auf der Zunge auch eine Leukoplakie?
Ein flächiges Weiß, das die Zungenoberseite bedeckt und beim Bürsten weniger wird, ist meist ein Belag aus Bakterien, abgestorbenen Zellen und Speiseresten. Eine Leukoplakie zeigt sich eher am Rand und an der Unterseite der Zunge als klar begrenzter Fleck, der sich nicht abwischen lässt. Der NHS schreibt, dass Leukoplakie-Flecken häufig auf oder unter der Zunge auftreten.
Quellen
- NHSLeukoplakia
- NHSOral thrush (mouth thrush)
- NHSSymptoms of mouth cancer
- NICESuspected cancer: recognition and referral. Recommendations organised by site of cancer
- MSD ManualsMouth Growths
- MSD ManualsOral Growths
- Cleveland ClinicLeukoplakia: Causes, Symptoms & Treatment
- Cleveland ClinicOral Lichen Planus: Symptoms, Causes & Treatment
- Head & Neck (PubMed)Potentially malignant disorders of the oral cavity and oral dysplasia: A systematic review and meta-analysis of malignant transformation rate by subtype.
- Oral Diseases (PubMed)Oral potentially malignant disorders: A consensus report from an international seminar on nomenclature and classification, convened by the WHO Collaborating Centre for Oral Cancer.
- Medicina Oral, Patología Oral y Cirugía Bucal (PubMed)The relevance of uniform reporting in oral leukoplakia: definition, certainty factor and staging based on experience with 275 patients.
- Journal of Dental Sciences (PMC)Differential diagnosis between leukoedema and white spongy nevus.
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