Aussehen & Funktion
Ich kann den Mund nicht öffnen: Warum blockiert der Kiefer, und wann ist es ein Notfall?
Kommt die eingeschränkte Mundöffnung mit Schwellung, Fieber oder Schluckbeschwerden, wird nicht gewartet
Wenn Ihr Kiefer beim Öffnen an einem Punkt stehen bleibt, ein Bissen nicht mehr hineinpasst oder Sie die Zahnbürste nicht bis zu den hinteren Zähnen bekommen, ist Ihre Mundöffnung eingeschränkt, medizinisch Kieferklemme (Trismus) genannt. Dahinter kann sehr Unterschiedliches stecken: Muskeln, die vom nächtlichen Zähnepressen ermüdet sind, eine verrutschte Gelenkscheibe im Kiefergelenk, ein entzündeter Weisheitszahn, eine Spritze beim Zahnarzt oder eine Infektion, die sich in Hals oder Gesicht ausbreitet. Das Erste löst sich in wenigen Tagen, das Letzte bedroht die Atemwege. Unten erfahren Sie, wie Sie Ihre Mundöffnung zu Hause messen, wie Sie aus der Art des Beginns auf die Ursache schließen können und wann Sie nicht auf einen Termin warten, sondern in die Notaufnahme gehen sollten.
Kurze Antwort
Die häufigsten Ursachen einer eingeschränkten Mundöffnung sind überlastete Kaumuskeln, eine verrutschte Gelenkscheibe im Kiefergelenk, ein entzündeter Weisheitszahn oder Zahnabszess und eine gereizte Muskulatur nach einer Spritze beim Zahnarzt. Passen nicht drei Finger senkrecht übereinander in den Mund, ist die Öffnung eingeschränkt. Kommen Schwellung an Zahn oder Gesicht, Fieber, Schluck-, Sprech- oder Atembeschwerden dazu, ist das laut NHS ein Fall für die Notaufnahme; gehen Sie ohne Warten hin oder wählen Sie die 112. Hatten Sie in den letzten Wochen eine verschmutzte Wunde und verkrampft sich Ihr Kiefer, wegen möglichem Tetanus ebenfalls die 112.
- Messung zu Hause
- Passen drei Finger senkrecht zwischen obere und untere Frontzähne?
- Normale Öffnung
- Mindestens 40 mm zwischen den Frontzähnen
- Bei Blockade des Gelenks
- Meist 30 mm oder weniger, der Kiefer weicht zur betroffenen Seite ab
- Warnzeichen
- Zusammen mit Schwellung, Fieber, Schluck-, Sprech- oder Atembeschwerden
Was den Mund blockiert: fünf verschiedene Wege
Den Mund zu öffnen hängt von zwei Dingen ab: davon, dass das Kiefergelenk direkt vor dem Ohr gleiten kann, und davon, dass die Muskeln, die den Kiefer schließen, entspannen können. Diese Muskeln sind kräftig: der Kaumuskel in der Wange (Masseter), der Schläfenmuskel an der Schläfe und der innere Flügelmuskel an der Innenseite des Unterkiefers (Musculus pterygoideus medialis). Verkrampft sich einer davon durch eine Entzündung, eine Blutung oder Überlastung, oder versperrt die Gelenkscheibe im Gelenk den Weg, lässt sich der Mund nicht öffnen. Eine Kieferklemme ist also keine Krankheit, sondern ein Symptom; die Ursache muss gefunden werden.
Wer weiß, was normal ist, kann zu Hause eine erste Unterscheidung treffen. Laut MSD Manuals kann ein durchschnittlich gebauter Erwachsener den Mund zwischen den Schneidekanten der oberen und unteren Frontzähne mindestens 40 mm weit öffnen. Um Unterschiede in der Körpergröße zu berücksichtigen, nennt MSD auch ein praktisches Maß: Zeige-, Mittel- und Ringfinger sollten übereinander, senkrecht und bis zum vordersten Fingergelenk in den Mund passen. Passen drei Finger nicht hinein, ist die Öffnung eingeschränkt. Eine Studie mit 89 Patientinnen und Patienten nach Behandlung eines Kopf-Hals-Tumors legte die Grenze, ab der sie die Öffnung als eingeschränkt empfanden, bei 35 mm oder weniger fest; dieser Grenzwert wurde für diese Patientengruppe entwickelt und sollte nicht auf alle übertragen werden.
Der erste Weg sind ermüdete Muskeln und Kieferfunktionsstörungen. Der NHS beschreibt die Störung von Kiefergelenk und Kaumuskeln (temporomandibuläre Dysfunktion, TMD) mit einem Mund, der sich nicht ganz öffnen lässt, einem blockierenden Kiefer und Schmerzen rund um Kiefer, Ohr und Schläfe; zu den Ursachen gehören Zähnepressen, Verschleiß des Gelenks, Schläge auf Kopf oder Gesicht, Stress und ein unausgewogener Biss. In diesem Bild nimmt die Einschränkung meist morgens oder nach intensivem Kauen zu, und der Schmerz wird beim Kauen stärker.
Der zweite Weg ist eine Gelenkscheibe, die dauerhaft nach vorn verrutscht ist (Diskusverlagerung ohne Reposition, im Volksmund Kiefersperre). MSD schreibt, dass sich der Mund in diesem Fall zwischen den Frontzähnen nur etwa 30 mm oder weniger öffnen lässt, der Kiefer beim Öffnen zur betroffenen Seite abweicht und das Knacken meist verschwindet. Die typische Geschichte: Ein Gelenk, das seit Jahren knackt, wird eines Morgens still, und der Mund geht nicht mehr auf. MSD schreibt, dass die Beschwerden manchmal innerhalb von 6 bis 12 Monaten von selbst zurückgehen und Aufbissschienen nur helfen können, wenn sich die Scheibe noch nicht deutlich verformt hat. Auch eine Übersichtsarbeit in der Zeitschrift der American Dental Association betont, dass eine frühe Diagnose entscheidend ist, damit die Einschränkung nicht dauerhaft wird. Einzelheiten zu Knackgeräuschen und Blockaden finden Sie auf unserer Seite zum Kiefergelenk.
Der dritte Weg ist eine Infektion, die vom Zahn ausgeht. Entzündet sich die Zahnfleischkappe über einem halb durchgebrochenen unteren Weisheitszahn (Perikoronitis) oder entsteht ein Zahnabszess, reizt die Entzündung die Kaumuskeln direkt daneben, und der Mund geht nicht auf. Der NHS nennt unter den Zeichen eines Zahnabszesses Schwierigkeiten beim Öffnen des Mundes und beim Kauen, eine Schwellung an Gesicht oder Kiefer sowie Fieber. Auf derselben Seite schreibt er, dass Schwierigkeiten beim Öffnen des Mundes bei einem Abszess zu den Situationen gehören, die die 999 oder die Notaufnahme verlangen. Von 102 Patientinnen und Patienten, die in Australien wegen einer Zahninfektion stationär aufgenommen wurden, hatten 40,2 Prozent eine eingeschränkte Mundöffnung und 27,4 Prozent Schluckbeschwerden; 52,5 Prozent hatten vor der Aufnahme bereits ein Antibiotikum genommen. Bei 8,8 Prozent kam es zu Komplikationen, meist durch eine Verengung der Atemwege.
Der vierte Weg ist die Zahnbehandlung selbst. Bei der Spritze, mit der die Zähne des Unterkiefers betäubt werden (Leitungsanästhesie am Nervus alveolaris inferior), führt die Nadel nahe an dem Muskel an der Innenseite des Unterkiefers vorbei. Trifft sie den Muskel oder kleine Gefäße darin, kann es im Muskel zu einer Reizung oder einer kleinen Blutung kommen, und nach ein, zwei Tagen fällt das Öffnen des Mundes schwer. Veröffentlichte Fallberichte schreiben, dass sich diese muskulär bedingte Einschränkung mit frühen Maßnahmen meist innerhalb weniger Wochen löst. Auch nach einer Weisheitszahnentfernung kann der Kiefer laut NHS bis zu 2 Wochen schmerzen und steif sein. Entscheidend ist der Verlauf: Diese Einschränkung sollte von Tag zu Tag nachlassen, nicht zunehmen.
Der fünfte Weg sind tiefe Infektionen in Rachen und Hals sowie Ursachen außerhalb der Zähne. Eine Eiteransammlung zwischen Mandel und Rachenwand (Peritonsillarabszess) ist laut MSD die häufigste tiefe Infektion im Kopf-Hals-Bereich; sie kommt mit starken, einseitigen Halsschmerzen, eingeschränkter Mundöffnung, einer kloßigen Stimme, als hätte man eine heiße Kartoffel im Mund, und einem zur Seite gedrängten Zäpfchen. Unter den Bildern, die eine Kieferfunktionsstörung nachahmen, nennt MSD auch einen eingedrückten Bruch des Jochbogens, einen Tumor am Muskelfortsatz des Unterkiefers (Osteochondrom des Processus coronoideus) und Tetanus. Laut NHS beginnen die Zeichen von Tetanus 4 bis 21 Tage nach der Infektion, meist um den 10. Tag, und eines der ersten ist ein verkrampfter Kiefer.
Wichtig ist auch, wie lange die Einschränkung schon besteht. Eine Übersichtsarbeit in der Zeitschrift der American Dental Association schreibt, dass eine neu aufgetretene Einschränkung meist mit Schmerz, Entzündung oder dem Schutzreflex des Muskels zusammenhängt, eine lang bestehende dagegen mit schwer umkehrbaren Veränderungen wie einer Verhärtung des Gewebes (Fibrose). Die Autorinnen und Autoren betonen die frühe Diagnose: Wochenlanges Warten kann ein umkehrbares Bild dauerhaft machen. Das ist auch der Grund, warum bei Menschen nach einer Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich die Mundöffnung regelmäßig gemessen und verfolgt wird.
Welche Kieferklemme warten kann und welche nicht
Die Situationen in der ersten Liste lösen sich meist innerhalb weniger Tage bis Wochen. Trifft auch nur ein einziger Punkt der zweiten Liste zu, warten Sie nicht auf einen Termin.
Wann es passt
- Wenn es nach intensivem Kauen, einem langen Zahnarzttermin oder nächtlichem Pressen begonnen hatBei ermüdeten Muskeln kommt die Einschränkung zusammen mit Schmerzen und löst sich innerhalb weniger Tage. Der NHS empfiehlt weiche Kost, keinen Kaugummi und am Kiefer ein in ein Handtuch gewickeltes Kühlpack oder Wärme.
- Wenn es nach einer Spritze im Unterkiefer oder einer Weisheitszahnentfernung begonnen hat und von Tag zu Tag nachlässtDer NHS schreibt, dass der Kiefer nach einer Weisheitszahnentfernung bis zu 2 Wochen schmerzen und steif sein kann. Entscheidend ist, dass es besser wird; informieren Sie die Zahnärztin oder den Zahnarzt, der behandelt hat, trotzdem.
- Wenn ein seit Jahren knackendes Gelenk verstummt ist und der Mund noch ein Stück aufgehtEine dauerhaft verrutschte Gelenkscheibe ist kein Fall für die Notaufnahme, doch der NHS zählt einen Mund, der sich nicht ganz öffnen lässt, und einen blockierenden Kiefer zu den Gründen für einen dringenden Termin. Lassen Sie sich am selben Tag oder spätestens am nächsten Tag in Ihrer Zahnarztpraxis oder bei jemandem mit Erfahrung in Kiefergelenkerkrankungen untersuchen.
- Wenn weder Fieber noch Schwellung noch Schluckbeschwerden bestehenKommt keines dieser drei Zeichen dazu, auch keine Sehstörung und keine Druckempfindlichkeit an der Schläfe, braucht es am selben Tag keine Notaufnahme; beobachten Sie die Einschränkung mit den Maßnahmen einige Tage und lassen Sie sich untersuchen, wenn sie nicht zurückgeht.
Wann eher nicht
- Wenn Sie den Mund nicht öffnen können und Zahn, Zahnfleisch oder Gesicht geschwollen sindDer NHS zählt bei einem Zahnabszess Schwierigkeiten beim Öffnen des Mundes, viel Schwellung im Mund und Schwierigkeiten beim Atmen, Sprechen oder Schlucken zu den Situationen, die die 999 oder die Notaufnahme verlangen; in der Türkei die 112 oder die Notaufnahme.
- Wenn starke, einseitige Halsschmerzen und eine kloßige Stimme bestehenDer NHS nennt rasch schlimmer werdende Halsschmerzen, Schwellung in Mund und Rachen, Schwierigkeiten beim Sprechen, Schlucken und Atmen sowie beim Öffnen des Mundes als Zeichen eines Abszesses neben der Mandel und verweist in die Notaufnahme.
- Wenn Sie sich in den letzten Wochen eine mit Erde, Dünger oder einem rostigen Gegenstand verschmutzte Wunde zugezogen habenDer NHS nennt die 999 oder die Notaufnahme, wenn zu einer solchen Wunde ein verkrampfter Kiefer, Schluckbeschwerden, schmerzhafte Muskelkrämpfe oder Atemnot kommen. Wenn Sie sich bei Ihrem Impfschutz nicht sicher sind, sagen Sie das in der Notaufnahme.
- Wenn sich der Mund nach einem Schlag auf Gesicht oder Kiefer nicht öffnen lässt oder die Zähne nicht mehr wie gewohnt aufeinandertreffenEin Bruch des Jochbeins oder des Unterkiefers kann dieses Bild verursachen. Es braucht eine Bildgebung; gehen Sie noch am selben Tag in die Notaufnahme oder in die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie.
Wie die Ursache eingegrenzt wird
Die Reihenfolge beginnt bewusst bei der Gefahr: Zuerst werden die Situationen ausgeschlossen, die die Atemwege bedrohen oder bei denen sich eine Infektion ausbreitet, danach wird nach Muskeln und Gelenk gefragt.
- 1
Zuerst Atemwege und Zeichen der Ausbreitung
Gefragt wird nach Schwierigkeiten beim Atmen, Sprechen oder Schlucken, nach Speichel, der nicht geschluckt werden kann und aus dem Mund läuft, nach Schwellung, die in den Hals oder unter das Auge zieht, nach Fieber und Abgeschlagenheit. Trifft eines davon zu, findet die Beurteilung nicht auf dem Zahnarztstuhl, sondern in der Notaufnahme statt. Kommen zur eingeschränkten Mundöffnung Doppelbilder oder Sehverlust auf einem Auge, Druckempfindlichkeit an Schläfe oder Kopfhaut oder häufige, starke Kopfschmerzen, verlangt der NHS ebenfalls noch am selben Tag eine dringende ärztliche Beurteilung; bei Sehstörungen gehen Sie ohne Warten in die Notaufnahme.
- 2
Die Öffnung zu Hause messen und notieren
Öffnen Sie vor dem Spiegel den Mund so weit, wie es ohne Kraft geht. Prüfen Sie, ob Zeige-, Mittel- und Ringfinger senkrecht zwischen die oberen und unteren Frontzähne passen, oder messen Sie mit einem Lineal in Millimetern. Wiederholen Sie dieselbe Messung jeden Morgen: So sehen Sie, ob es besser oder schlechter wird, und die Ärztin oder der Arzt bekommt eine konkrete Angabe.
- 3
Auf die Art des Beginns achten
Hat es eines Morgens plötzlich begonnen, ein, zwei Tage nach einer Spritze oder Zahnentfernung, über Tage zusammen mit Schwellung und Schmerzen oder langsam über Monate? Ein plötzlicher Beginn, bei dem das Knacken verschwunden ist, spricht für das Gelenk, ein Beginn nach einer Spritze für den Muskel, ein Bild mit Schmerzen und Schwellung für eine Infektion, ein langsam fortschreitendes Bild für eine Verhärtung des Gewebes oder seltenere Ursachen.
- 4
Wohin der Kiefer beim Öffnen abweicht
MSD schreibt, dass der Kiefer bei einer dauerhaft verrutschten Gelenkscheibe beim Öffnen zur betroffenen Seite abweicht und dass bei muskulär bedingten Schmerzen ebenfalls häufig eine Abweichung zur schmerzhaften Seite auftritt. Im Spiegel sehen Sie, ob sich die Mittellinie der unteren Frontzähne zu einer Seite verschiebt.
- 5
Untersuchung und bei Bedarf Bildgebung
Die Ärztin oder der Arzt tastet Muskeln und Gelenk ab, untersucht die Zähne und die Region der Weisheitszähne und sieht in den Rachen. Bei Verdacht auf eine Zahninfektion wird ein Röntgenbild angefertigt, bei Verdacht auf die Gelenkscheibe, wie MSD beschreibt, eine Magnetresonanztomografie (MRT) bei geöffnetem und geschlossenem Mund, bei einer tiefen Halsinfektion eine Computertomografie.
- 6
Weiterleitung je nach Quelle
Zahnabszess und Weisheitszahnentzündung sind Sache der Zahnarztpraxis, ein Abszess neben der Mandel gehört in die HNO, ein Bruch in die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Gelenk- und Muskelprobleme in die Zahnarztpraxis oder zu Fachleuten für das Kiefergelenk, Tetanus in die Notaufnahme.
Was je nach Ursache getan wird
Für eine eingeschränkte Mundöffnung gibt es nicht die eine Behandlung; was getan wird, hängt davon ab, woher die Einschränkung kommt.
Ermüdete Muskeln und Kieferfunktionsstörung: Schonung und einfache Maßnahmen
Der NHS empfiehlt weiche Kost, Paracetamol oder Ibuprofen, am Kiefer ein in ein Handtuch gewickeltes Kühlpack für höchstens 5 Minuten am Stück oder zweimal täglich eine Wärmflasche für 15 bis 20 Minuten sowie eine Massage der schmerzenden Muskeln. Auf der Liste stehen auch: keinen Kaugummi kauen, nicht mit den Frontzähnen abbeißen, nicht zu weit gähnen und die Zähne tagsüber nicht aufeinanderhalten.
Dauerhaft verrutschte Gelenkscheibe: Medikamente, Schiene und Übungen
MSD schreibt, dass dieses Bild außer Schmerzmitteln oft keine Behandlung braucht, dass bei manchen Patientinnen und Patienten Aufbissschienen und Übungsgeräte helfen, die den Kiefer passiv bewegen, und dass chirurgische Eingriffe am Gelenk besprochen werden, wenn diese Methoden nicht ausreichen.
Zahnabszess und Weisheitszahnentzündung: die Quelle beseitigen
Der NHS schreibt, dass bei einem Abszess die Zahnärztin oder der Zahnarzt den Eiter ableitet und je nach Ursache eine Wurzelbehandlung oder die Entfernung des Zahns nötig ist. Bei einer Entzündung der Kappe über dem Weisheitszahn wird zuerst der Raum unter der Kappe gereinigt; bei wiederkehrenden Schüben wird die Entfernung des Zahns besprochen. Mit der Mundöffnung wird auch das Kauen wieder leichter.
Einschränkung nach Spritze oder Zahnentfernung: Geduld und Kontrolle
Eine muskulär bedingte Einschränkung löst sich meist innerhalb weniger Wochen. Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt kann Schmerzmittel, Wärme und ab einem bestimmten Zeitpunkt leichte Öffnungsübungen empfehlen. Nimmt die Einschränkung zu oder sind Fieber oder Schwellung dazugekommen, ist das nicht der übliche Verlauf; dann muss erneut auf eine Infektion im Muskel untersucht werden.
Abszess neben der Mandel: HNO
MSD schreibt, dass die Behandlung aus dem Absaugen des Eiters mit einer Nadel oder einer Drainage über einen Schnitt, einem Breitbandantibiotikum, Flüssigkeit und Schmerzmitteln besteht. Dieses Bild ist nicht Sache der Zahnarztpraxis, sondern der Notaufnahme und der HNO.
Häufige Fehler bei eingeschränkter Mundöffnung
Das Folgende sind Entscheidungen, die bei dieser Beschwerde häufig vorkommen und das Bild verlängern oder eine gefährliche Situation übersehen lassen.
Das Antibiotikum aus dem Schrank nehmen und abwarten
Mehr als die Hälfte von 102 Patientinnen und Patienten, die wegen einer Zahninfektion stationär aufgenommen wurden, hatte vor der Aufnahme bereits ein Antibiotikum genommen. Der NHS schreibt, dass ein Zahnabszess nicht von selbst vergeht und der Eiter in der Zahnarztpraxis abgeleitet werden muss. Ein Antibiotikum allein ersetzt das Ableiten des Eiters nicht.
Den Mund mit Gewalt öffnen wollen
Bei einer Infektion oder einer Blutung im Muskel verstärkt Gewalt am Kiefer die Schmerzen und verkrampft den Muskel noch mehr. Dehnübungen gehören erst dann dazu, wenn die Ursache bekannt ist und die Ärztin oder der Arzt sie empfiehlt.
Eine Blockade monatelang aussitzen
MSD schreibt, dass Aufbissschienen nur helfen können, wenn sich die Gelenkscheibe noch nicht deutlich verformt hat. Auch die Übersichtsarbeit in der Zeitschrift der American Dental Association weist darauf hin, dass eine lang bestehende Einschränkung mit schwer umkehrbaren Veränderungen wie einer Verhärtung des Gewebes zusammenhängt und eine frühe Diagnose entscheidend ist, um das zu verhindern.
Nicht an Tetanus denken
Der NHS schreibt, dass die Zeichen von Tetanus Tage nach der Verletzung beginnen, meist um den 10. Tag; deshalb bringen Betroffene die Wunde oft nicht mit dem verkrampften Kiefer in Verbindung. Hatten Sie in den letzten 3 Wochen eine verschmutzte Wunde, sagen Sie das unbedingt.
Wie lange es dauert, bis der Mund wieder aufgeht
Die Zeiten hängen stark von der Ursache ab. Der folgende Ablauf gilt für die häufigsten Bilder; der Plan der Ärztin oder des Arztes, die oder der Sie untersucht, hat Vorrang.
Die ersten Tage
Bei ermüdeten Muskeln und Kieferfunktionsstörungen beginnt sich die Einschränkung mit weicher Kost und Wärme oder Kälte innerhalb weniger Tage zu lösen. Der NHS schreibt, dass eine Kieferfunktionsstörung meist auch ohne Behandlung besser wird.
Die 2 Wochen nach einer Weisheitszahnentfernung
Der NHS schreibt, dass in dieser Zeit Schmerzen, Schwellung und ein steifer Kiefer auftreten können und dass Schmerzen und Schwellung nach 1 bis 2 Tagen besser werden sollten. Zunehmende Schwellung, ein schlechter Geschmack oder Fieber sind nicht der übliche Verlauf.
Nach der Behandlung einer Zahninfektion
Ist der Eiter abgeleitet und die Quelle beseitigt, lässt die Reizung der Muskeln nach, und die Mundöffnung kehrt schrittweise zurück.
Monate bei dauerhaft verrutschter Gelenkscheibe
MSD schreibt, dass die Beschwerden manchmal innerhalb von 6 bis 12 Monaten von selbst zurückgehen. Statt diese Zeit ohne Behandlung abzuwarten, wird eine frühe Beurteilung empfohlen.
Warten Sie in diesen Fällen nicht
- Ihnen fällt das Atmen, Sprechen oder Schlucken schwer. Warten Sie nicht; wählen Sie die 112 oder gehen Sie in die Notaufnahme. Der NHS rät, nicht selbst mit dem Auto in die Notaufnahme zu fahren und die Medikamente mitzunehmen, die Sie einnehmen.
- Zur eingeschränkten Mundöffnung kommen Schwellung an Zahn, Zahnfleisch oder Gesicht und Fieber. Gehen Sie noch am selben Tag in die Notaufnahme. Der NHS zählt Schwierigkeiten beim Öffnen des Mundes bei einem Zahnabszess zu den Kriterien für die Notaufnahme.
- Nach einer verschmutzten Wunde haben ein verkrampfter Kiefer, Schluckbeschwerden oder schmerzhafte Muskelkrämpfe begonnen. 112. Der NHS beschreibt Tetanus als Notfall, der sofort im Krankenhaus behandelt werden muss.
- Die Einschränkung nach Spritze oder Zahnentfernung lässt nach einigen Tagen nicht nach, sondern nimmt zu. Informieren Sie die Zahnärztin oder den Zahnarzt, der behandelt hat; sind Fieber oder Schwellung dazugekommen, lassen Sie sich noch am selben Tag untersuchen.
- Die Einschränkung besteht seit Wochen oder nimmt langsam zu. Lassen Sie sich in Ihrer Zahnarztpraxis oder in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie untersuchen. Eine lang bestehende Einschränkung verlangt sowohl die Suche nach der Ursache als auch eine frühe Rehabilitation.
Was den Umfang bestimmt
Hinter einer eingeschränkten Mundöffnung kann eine Muskelermüdung stecken, die ein paar Tage dauert, aber auch ein Abszess, der operiert werden muss. Diese Posten bestimmen den Umfang:
- Die Ursache der Einschränkung
- Muskel, Gelenk, Zahninfektion, Halsinfektion oder Bruch gehören in ganz unterschiedliche Fachbereiche und verlangen unterschiedliche Eingriffe.
- Bedarf an Bildgebung
- Bei Zahnproblemen kann ein Röntgenbild nötig sein, bei der Gelenkscheibe eine MRT, bei einer tiefen Halsinfektion eine Computertomografie.
- Die Ausbreitung der Infektion
- Zwischen einer Drainage in der Zahnarztpraxis und einer Ausbreitung, die einen Krankenhausaufenthalt und eine chirurgische Entlastung verlangt, liegt ein großer Unterschied.
- Die Art der Gelenkbehandlung
- Ein Bild, das sich mit Medikamenten und Übungen behandeln lässt, und ein Bild, das eine Aufbissschiene oder einen Eingriff am Gelenk braucht, haben einen unterschiedlichen Umfang.
Häufige Fragen
Ich kann den Mund nicht öffnen, woran liegt das?
Die häufigsten Ursachen sind überlastete Kaumuskeln und Kieferfunktionsstörungen, eine dauerhaft verrutschte Gelenkscheibe, ein entzündeter Weisheitszahn oder Zahnabszess und eine Reizung des Muskels nach der Betäubungsspritze im Unterkiefer. Seltener führen auch ein Abszess neben der Mandel, Gesichtsbrüche und Tetanus zu einer eingeschränkten Mundöffnung.
Wie weit sollte sich mein Mund normalerweise öffnen lassen?
MSD schreibt, dass ein durchschnittlich gebauter Erwachsener den Mund zwischen den Frontzähnen mindestens 40 mm weit öffnen kann. Das praktische Maß für zu Hause: Zeige-, Mittel- und Ringfinger sollten übereinander senkrecht in den Mund passen. Passen sie nicht hinein, ist die Öffnung eingeschränkt.
Wann ist eine eingeschränkte Mundöffnung ein Notfall?
Wenn Schwellung, Fieber, Schluck-, Sprech- oder Atembeschwerden dazukommen. Der NHS zählt Schwierigkeiten beim Öffnen des Mundes bei einem Zahnabszess zu den Kriterien für die Notaufnahme. Verkrampft sich der Kiefer nach einer verschmutzten Wunde, wegen möglichem Tetanus ebenfalls Notaufnahme oder 112.
Nach der Spritze beim Zahnarzt geht mein Mund nicht auf, ist das normal?
Das kann vorkommen. Die Spritze für die Zähne des Unterkiefers führt nahe an dem Muskel an der Innenseite des Kiefers vorbei; trifft sie den Muskel, kann innerhalb von ein, zwei Tagen eine Einschränkung beginnen, die meist innerhalb weniger Wochen zurückgeht. Sie sollte von Tag zu Tag nachlassen. Nimmt sie zu oder sind Fieber und Schwellung dazugekommen, lassen Sie sich noch am selben Tag von der Zahnärztin oder dem Zahnarzt ansehen, der behandelt hat.
Kann ein Weisheitszahn eine Kieferklemme verursachen?
Ja. Die Entzündung der Zahnfleischkappe über einem halb durchgebrochenen unteren Weisheitszahn und ein Abszess um den Weisheitszahn reizen die Kaumuskeln daneben. Auch nach der Entfernung kann der Kiefer laut NHS bis zu 2 Wochen schmerzen und steif sein.
Mein Kiefer ist blockiert: liegt es am Gelenk oder am Muskel?
Ist ein Gelenk, das seit Jahren knackt, eines Morgens still geworden, lässt sich der Mund nur etwa 30 mm oder weniger öffnen und weicht der Kiefer beim Öffnen zu einer Seite ab, spricht das für eine dauerhaft verrutschte Gelenkscheibe. Eine Einschränkung, die nach intensivem Kauen oder Zähnepressen mit Schmerzen kommt und sich über Tage löst, spricht für den Muskel. Sicher unterscheiden lässt sich das mit der Untersuchung und bei Bedarf einer MRT.
Geht eine eingeschränkte Mundöffnung von selbst weg?
Bei ermüdeten Muskeln und nach einer Spritze meist ja. Bei einer dauerhaft verrutschten Gelenkscheibe schreibt MSD, dass die Beschwerden manchmal innerhalb von 6 bis 12 Monaten von selbst zurückgehen; weil eine lang bestehende Einschränkung aber dauerhaft werden kann, lassen Sie sich ohne Warten untersuchen. Ein Zahnabszess vergeht laut NHS nicht von selbst.
Zu welcher Ärztin oder welchem Arzt gehe ich, wenn sich der Mund nicht öffnen lässt?
Vermuten Sie einen Zahn, das Zahnfleisch oder einen Weisheitszahn als Ursache, gehen Sie in die Zahnarztpraxis; stehen Halsschmerzen und eine kloßige Stimme im Vordergrund, in die HNO; nach einem Schlag in die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie oder in die Notaufnahme. Bestehen Schwellung, Fieber oder Schluck- und Atembeschwerden, gehen Sie direkt in die Notaufnahme.
Quellen
- NHSDental abscess
- NHSTonsillitis
- NHSTetanus
- NHSTemporomandibular disorder (TMD)
- NHSWisdom tooth removal
- MSD ManualsOverview of Temporomandibular Disorders (TMDs)
- MSD ManualsInternal Temporomandibular Joint (TMJ) Derangement
- MSD ManualsPeritonsillar Abscess and Cellulitis
- International Journal of Oral and Maxillofacial Surgery (PubMed)Criteria for trismus in head and neck oncology.
- Dentistry Journal (PubMed)Hospitalisations Due to Dental Infection: A Retrospective Clinical Audit from an Australian Public Hospital.
- Cureus (PubMed)Trismus Following Inferior Alveolar Nerve Block: A Case Report.
- Journal of the American Dental Association (PubMed)The enigma of limited mouth opening: Implications for the clinician and practice.
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