Schmerz & Empfindlichkeit

Was zeigt ein pochender Zahnschmerz an?

Nicht das Pochen selbst stellt die Diagnose, sondern womit es beginnt und wie lange es anhält

Ein Zahnschmerz, der wie der Puls klopft, zeigt meist an, dass das lebende Gewebe im Inneren des Zahns (Pulpa) so stark entzündet ist, dass es sich nicht mehr erholen kann, oder dass die Entzündung die Wurzelspitze erreicht hat. Das Pochen allein ist aber keine Diagnose: Dasselbe Gefühl kann bei jemandem, dessen Zähne gar nicht krank sind, auch von einer Migräne kommen, und der schmerzende Zahn ist oft nicht der Zahn, an dem man den Schmerz spürt. Im Folgenden finden Sie, welche Stadien das Pochen anzeigt, eine einfache Unterscheidung, die Sie zu Hause machen können, wie die Zahnärztin oder der Zahnarzt die Diagnose stellt und welche Fragen Sie stellen sollten, um den Zahn zu retten.

Kurze Antwort

Ein pochender Zahnschmerz zeigt meist eine nicht mehr umkehrbare Entzündung des Nerv- und Gefäßgewebes im Zahn (irreversible Pulpitis) an oder einen Abszess, weil die Entzündung die Wurzelspitze erreicht hat. Entscheidend ist nicht das Pochen: Nach MSD Manuals kann der Nerv zu retten sein, wenn ein Schmerz durch Kälte oder Süßes 1 bis 2 Sekunden nach dem Reiz vergeht; hält er an oder kommt er von selbst, womöglich nicht mehr. Nimmt das Pochen beim Zubeißen zu, spricht das für eine Ausbreitung um den Zahn. Bei geschwollener Wange oder geschwollenem Kiefer am selben Tag in die Zahnarztpraxis; bei Schwellung um Auge oder Hals, Schluck- oder Atembeschwerden in die Notaufnahme.

Die häufigste Bedeutung
Nicht umkehrbare Entzündung des Zahnnervs oder ein Abszess an der Wurzelspitze
Das Unterscheidungszeichen zu Hause
Vergeht der Schmerz nach einem Kältereiz in 1 bis 2 Sekunden oder hält er an?
Das Irreführende daran
Der Schmerz wird oft an einer Stelle gespürt, an der nicht seine Quelle liegt
Das Notfallzeichen
Schwellung an Auge oder Hals, Sehstörung, Mund lässt sich nicht öffnen, Schluck- oder Atembeschwerden

Was das Pochen über das Innere des Zahns verrät

Die Pulpa in der Mitte des Zahns ist Nerv- und Gefäßgewebe, das in einer Kammer mit harten Wänden lebt. MSD Manuals schreibt, dass eine Entzündung der Pulpa (Pulpitis) am häufigsten durch Karies und am zweithäufigsten durch einen Schlag entsteht; eine leichte Entzündung kann die Pulpa ohne bleibenden Schaden lassen, wenn die Ursache beseitigt wird, eine schwere Entzündung kann dagegen zum Absterben der Pulpa führen. Die Zahnmedizin gibt diesen beiden Stadien zwei Namen: reversible Pulpitis (der Nerv ist zu retten) und irreversible Pulpitis (der Nerv ist nicht zu retten). Die eigentliche Frage beim pochenden Schmerz ist, auf welcher Seite dieser Linie der Zahn steht.

MSD beschreibt diese Linie mit einem einfachen Test, den die Zahnärztin oder der Zahnarzt macht: Der Zahn bekommt einen kalten oder süßen Reiz (ein Schmerz, der durch Wärme kommt und anhält, passt dagegen eher zum nicht umkehrbaren Bild). Vergeht der Schmerz binnen 1 bis 2 Sekunden, nachdem der Reiz entfernt wurde, kann die Pulpa gesund genug sein, um gerettet zu werden. Hält der Schmerz an, nachdem der Reiz weg ist, oder kommt er ganz ohne Reiz von selbst, ist die Pulpa womöglich nicht mehr zu retten. Ein pochender Schmerz, der nachts weckt und zurückkehrt, sobald die Wirkung eines Schmerzmittels nachlässt, passt meist zu diesem zweiten Bild.

Diese Beschreibung liefert auch zu Hause einen groben Hinweis. Nehmen Sie auf der schmerzenden Seite einen Schluck kaltes Wasser in den Mund, halten Sie ihn einige Sekunden, spucken Sie ihn aus und beginnen Sie zu zählen. Erlischt das Ziehen, sobald Sie das Wasser ausgespuckt haben, binnen ein, zwei Sekunden, kann sich der Nerv noch in einem Stadium befinden, in dem er sich erholen kann. Hält der Schmerz auch nach dem Ausspucken minutenlang an oder steigert er sich sogar, passt das zur Beschreibung eines anhaltenden Schmerzes. Dieser Versuch stellt keine Diagnose; er sagt auch nicht, welcher Zahn schmerzt. Er liefert aber die wertvollste Information, die Sie beim Termin schildern können. Gibt es einen Zahn, bei dem kaltes Wasser den Schmerz lindert, ein heißes Getränk ihn dagegen aufflammen lässt, sagen Sie das unbedingt.

Wie verlässlich ist die Einteilung, die Zahnärztinnen und Zahnärzte auf diese Zeichen stützen? In einer Studie in einer allgemeinen Zahnarztpraxis wurden 95 Zähne, die über 5 Jahre aus anderen Gründen entfernt wurden, zuerst nach den klinischen Zeichen eingeteilt und dann unter dem Mikroskop untersucht; die Diagnose gesund oder reversible Pulpitis wurde bei 57 von 59 Zähnen (96,6 Prozent) mikroskopisch bestätigt, die Diagnose irreversible Pulpitis bei 27 von 32 Zähnen (84,4 Prozent). Bei Zähnen mit irreversibler Pulpitis war die Infektion oft ins Pulpagewebe vorgedrungen, bei gesunden oder reversibel entzündeten Zähnen nie. Die Beschreibung der Zeichen weist also meist den richtigen Weg; am häufigsten irrt sie bei der Diagnose irreversible Pulpitis: Bei 5 von 32 Zähnen, also etwa einem Sechstel, bestätigte das Mikroskop diese Diagnose nicht.

Die zweite Bedeutung des Pochens ist, dass die Entzündung aus dem Zahninneren austritt und die Wurzelspitze erreicht. MSD schreibt, dass ein Zahn, wenn sich ein Abszess entwickelt, äußerst empfindlich gegenüber Druck und dem Beklopfen mit einem Instrument wird und dass ein Schmerz beim Beklopfen meist zeigt, dass sich die Entzündung ins umliegende Gewebe ausgebreitet hat. Praktisch heißt das, dass der Schmerz nicht mehr nur bei Kälte oder Wärme kommt, sondern auch, wenn Sie die Zähne schließen und auf dieser Seite kauen. Weil die Pulpa in diesem Stadium oft abgestorben ist, reagiert der Zahn womöglich nicht mehr auf Kälte; der Schmerz kommt dann nicht vom Nerv, sondern vom Druck an der Wurzelspitze.

Am irreführendsten am pochenden Schmerz ist, dass er den Ort seiner Quelle verbirgt. In einer Studie aus Teheran mit 100 Betroffenen, bei denen die Schmerzquelle ärztlich bestätigt war, markierten 65 Prozent den Schmerz in einer anderen Region als der, in der die Quelle lag. Mit dem Ausstrahlen des Schmerzes an eine andere Stelle hingen nicht das Pochen oder die Stärke des Schmerzes zusammen, sondern dass er von selbst kam, lange anhielt und seine Art; also genau die Merkmale der irreversiblen Pulpitis. Der Schmerz eines unteren Zahns kann im Oberkiefer, der eines hinteren Zahns im Ohr oder an der Schläfe gespürt werden. Deshalb zeigen nicht Sie, sondern die Tests, welcher Zahn schmerzt.

Ein pochender Schmerz kommt auch nicht immer vom Zahn. Eine Übersichtsarbeit der Universität Leuven nennt unter den Bildern, die Zahnschmerzen nachahmen, Schmerzen der Kaumuskeln, Nervenschmerzen (wie die Trigeminusneuralgie), gefäßbedingte Kopf- und Gesichtsschmerzen, Herzschmerzen und Erkrankungen der Nebenhöhlen und nennt als ihr Ziel, falsche und unnötige Zahnbehandlungen zu vermeiden. In einer Reihe von drei Fällen aus einer zahnmedizinischen Fakultät in Tokio hatte bei allen drei Frauen mit pochenden Schmerzen im Bereich der oberen Backenzähne eine zuvor gemachte Wurzelbehandlung den Schmerz nicht beseitigt; zwei hatten die Fehldiagnose Pulpitis erhalten. Schließlich stellten Fachleute für Kopfschmerz bei allen dreien eine Migräne fest (bei zweien mit Bezug zur Menstruation), und mit einem Migränemittel ging der Schmerz zurück. Bei einem Pochen, das kein Zahn auf Kälte, Wärme oder Beklopfen hin wieder auslöst, gehört diese Möglichkeit auf den Tisch.

Der NHS nennt für Zahnschmerzen konkrete Schwellen: Er rät zum Zahnarztbesuch bei Zahnschmerzen, die länger als 2 Tage dauern, mit Schmerzmitteln nicht vergehen, mit hohem Fieber, Schmerzen beim Zubeißen, gerötetem Zahnfleisch oder schlechtem Geschmack im Mund einhergehen oder die Wange oder den Kiefer anschwellen lassen. Ist die Umgebung des Auges oder der Hals geschwollen oder erschwert eine Schwellung im Mund oder am Hals das Atmen, Schlucken oder Sprechen, sagt er, direkt in die Notaufnahme zu gehen. Auf seiner Seite zum Zahnabszess ergänzt er diese Liste um Schmerzen oder Schwellung am Auge, eine plötzliche Sehstörung, eine ausgedehnte Schwellung im Mund und Schwierigkeiten, den Mund zu öffnen; trifft eines davon zu, wählen Sie ebenfalls den Notruf 112 oder gehen Sie in die Notaufnahme.

Welches Pochen in die Zahnarztpraxis am selben Tag gehört und welches in die Notaufnahme

Ein pochender Zahnschmerz ist in keinem Fall ein Schmerz, bei dem man erwarten kann, dass er von selbst dauerhaft vergeht. Bei den Bildern in der ersten Liste gehen Sie so bald wie möglich zu Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt; trifft einer der Punkte aus der zweiten Liste zu, warten Sie nicht auf einen Termin.

Wann es passt

  • Das Pochen beginnt mit Kälte oder Wärme, hält lange an, aber es gibt keine SchwellungEin Schmerz, der nach dem Reiz anhält, passt zu einer nicht umkehrbaren Entzündung des Nervs. Das ist kein Fall für die Notaufnahme, sondern für die Zahnarztpraxis; der NHS betont, dass Hausärztinnen und Hausärzte keine Zahnbehandlung machen können. Während des Wartens helfen Ibuprofen oder Paracetamol, weiche Speisen und nicht auf dieser Seite zu kauen.
  • Der Schmerz beginnt von selbst und weckt Sie nachtsEin Schmerz, der von selbst kommt, ist ein deutliches Merkmal sowohl der irreversiblen Pulpitis als auch eines Schmerzes, der an eine andere Stelle ausstrahlt. Versuchen Sie nicht zu erraten, welcher Zahn es ist; schildern Sie, wann der Schmerz begann und wodurch er stärker wird.
  • Das Pochen nimmt beim Zubeißen oder beim Schließen der Zähne zuDas lässt daran denken, dass die Entzündung die Wurzelspitze erreicht hat. Der NHS nennt Schmerzen beim Zubeißen unter den Gründen für einen Zahnarztbesuch; sind Fieber, schlechter Geschmack oder gerötetes Zahnfleisch dazugekommen, zögern Sie nicht.
  • Der Schmerz hat plötzlich aufgehörtWenn ein Zahn, der tagelang gepocht hat, plötzlich still ist, ist das keine gute Nachricht; es kann zeigen, dass der Nerv ganz abgestorben ist. Die Infektion kann an der Wurzelspitze weitergehen. Sagen Sie den Termin nicht ab.

Wann eher nicht

  • Die Umgebung Ihres Auges oder Ihr Hals ist geschwollenDer NHS sagt, bei Zahnschmerzen mit Schwellung um das Auge oder am Hals direkt in die Notaufnahme zu gehen. Beim Zahnabszess stehen Schmerzen am Auge, eine plötzliche Sehstörung, eine ausgedehnte Schwellung im Mund und ein Mund, der sich nicht öffnen lässt, auf derselben Notfallliste. Fahren Sie nicht selbst; lassen Sie sich bringen oder wählen Sie den Notruf 112.
  • Die Schwellung erschwert das Atmen, Schlucken oder SprechenAuch das steht auf der Liste des NHS für die Notaufnahme. Wählen Sie den Notruf 112.
  • Zu den Zahnschmerzen kommen Druck in der Brust, Schmerzen in Arm oder Rücken, Atemnot oder SchwitzenEin Schmerz, der in den Unterkiefer und die Zähne ausstrahlt, kann vom Herzen kommen. Auch Herzschmerzen gehören zu den Bildern, die Zahnschmerzen nachahmen; bestehen diese Zeichen, wählen Sie ohne Abwarten den Notruf 112.
  • Der Schmerz ist trotz Schmerzmittel unerträglich und das Fieber steigtDer NHS nennt Schmerzen, die mit Schmerzmitteln nicht vergehen, und hohes Fieber als Gründe für einen Zahnarztbesuch. Erreichen Sie Ihre Zahnarztpraxis nicht am selben Tag und verschlechtert sich Ihr Allgemeinzustand, gehen Sie in die Notaufnahme.

Wie die Zahnärztin oder der Zahnarzt die Quelle des Pochens findet

Die Reihenfolge ist darauf aufgebaut, zuerst zu klären, ob sich eine Infektion ausbreitet, dann, von welchem Zahn der Schmerz kommt, und zuletzt, ob sich der Nerv dieses Zahns retten lässt.

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    Zeichen einer Ausbreitung

    Schwellungen an Gesicht oder Hals, Fieber, die Mundöffnung und das Schlucken werden geprüft. Trifft eines der Zeichen auf der Notfallliste des NHS zu, wird zuerst dieses Bild behandelt.

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    Die Vorgeschichte des Schmerzes

    Gefragt wird, womit der Schmerz beginnt, wie lange er nach dem Reiz anhält, ob er von selbst kommt, ob er nachts weckt, ob er beim Zubeißen zunimmt und ob Kälte ihn lindert. Schildern Sie hier das Ergebnis Ihres Versuchs mit kaltem Wasser zu Hause.

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    Kälte- und Wärmetest

    Getestet werden der verdächtige Zahn, seine Nachbarn und zum Vergleich ein gesunder Zahn auf der Gegenseite. Nach der Beschreibung von MSD weist es den Weg, ob der Schmerz nach Entfernen des Reizes in 1 bis 2 Sekunden vergeht, ob sich der Nerv retten lässt.

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    Klopf- und Aufbisstest

    Der Zahn wird leicht beklopft, und Sie beißen darauf. Nach MSD zeigt eine Empfindlichkeit beim Beklopfen meist, dass sich die Entzündung in das Gewebe um den Zahn ausgebreitet hat.

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    Elektrischer Vitalitätstest und Röntgenbild

    Der elektrische Test zeigt, ob die Pulpa lebt, aber, wie MSD betont, nicht, ob sie gesund ist. Auf dem Röntgenbild wird nach tiefer Karies, einem Hohlraum unter einer Füllung und Veränderungen im Knochen an der Wurzelspitze gesucht.

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    Wenn kein Zahn den Schmerz auslöst

    Lösen die Tests den Schmerz an keinem Zahn aus, werden vor einem nicht rückgängig zu machenden Eingriff Muskeln, Nebenhöhlen, Nerven und Kopfschmerz als Quellen überprüft. Bei Bedarf erfolgt eine Überweisung an eine Fachpraxis für Mund- und Kiefererkrankungen, an die HNO oder an die Neurologie.

Behandlung je nach Diagnose

Die Behandlung des Pochens richtet sich danach, in welchem Stadium sich der Nerv des Zahns befindet. Alles gehört in den Bereich Ihrer eigenen Zahnarztpraxis oder einer Fachpraxis für Wurzelbehandlungen (Endodontie).

01

Reversible Pulpitis: Karies entfernen und den Zahn wiederherstellen

MSD schreibt, dass Schmerz und Entzündung in diesem Stadium vergehen, wenn die Karies entfernt und der Zahn wiederhergestellt wird. Wird es früh bemerkt, kann eine provisorische Füllung gelegt werden, die den Schmerz beseitigt und nach 6 bis 8 Wochen durch eine endgültige Füllung ersetzt wird; oft wird die endgültige Füllung sofort gemacht.

02

Irreversible Pulpitis: Wurzelbehandlung

Der klassische Weg ist, die ganze Pulpa zu entfernen und die Kanäle zu reinigen und zu füllen. MSD hält fest, dass in diesem Stadium eine Wurzelbehandlung oder eine Zahnentfernung der Weg ist, den Schmerz zu stoppen.

03

Vitalerhaltende Behandlung bei irreversibler Pulpitis: Pulpotomie

Ein Verfahren, bei dem nur der entzündete obere Teil der Pulpa entfernt und das lebende Gewebe in den Wurzeln mit einem biokeramischen Material geschützt wird. In einer Studie aus China, in der 160 große Backenzähne mit irreversibler Pulpitis zufällig auf zwei Gruppen verteilt wurden, war der klinische Erfolg nach 12 Monaten bei vollständiger Pulpotomie und Wurzelbehandlung ähnlich (97,3 gegenüber 98,6 Prozent; im Röntgenbild 93,3 gegenüber 94,6 Prozent); in der Pulpotomiegruppe ging der Schmerz am ersten Tag stärker zurück, und der Eingriff dauerte kürzer. Andererseits reagierten 3 der Zähne mit Pulpotomie nach 12 Monaten nicht auf den elektrischen Vitalitätstest. Die Autorinnen und Autoren weisen darauf hin, dass es sich um ein Ergebnis mit kurzer Beobachtungszeit handelt. Ist Ihr Zahn geeignet, können Sie Ihre Zahnärztin oder Ihren Zahnarzt nach dieser Möglichkeit fragen.

04

Abszess an der Wurzelspitze: ablassen und die Quelle behandeln

Hat die Entzündung die Wurzelspitze erreicht und einen Abszess gebildet, wird der Eiter abgelassen, danach folgt eine Wurzelbehandlung oder eine Zahnentfernung. Bestehen Zeichen einer Ausbreitung wie Fieber, kommt ein Antibiotikum hinzu.

05

Zahnentfernung

Ist der Zahn zu stark zerstört, um wiederhergestellt zu werden, oder ist die Wurzel gebrochen, beseitigt sie die Quelle der Infektion in einem Schritt. Die Entfernung eines einzelnen Zahns und die Behandlung, die an seine Stelle tritt, plant Ihre eigene Zahnarztpraxis.

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Pochen, das nicht vom Zahn kommt

Migräne und andere gefäßbedingte Schmerzen behandelt die Neurologie, Schmerzen aus den Nebenhöhlen die HNO, Muskelschmerzen eine Zahnärztin oder ein Zahnarzt mit Schwerpunkt auf Kiefergelenk und Kaumuskeln. Wird die richtige Diagnose gestellt, geht der Schmerz ohne Zahnbehandlung zurück.

Häufige Fehler beim pochenden Schmerz

Die folgenden Entscheidungen führen entweder dazu, dass der Schmerz länger anhält, oder dazu, dass am falschen Zahn ein Eingriff gemacht wird, der sich nicht rückgängig machen lässt.

Den schmerzenden Zahn selbst auswählen

Denken Sie an die Studie, in der 65 Prozent der Betroffenen den Schmerz an einer anderen Stelle als der Quelle spürten. Einen Eingriff an dem Zahn zu verlangen, auf den Sie mit „dieser da“ zeigen, ohne dass er getestet wurde, kann dazu führen, dass ein gesunder Zahn behandelt und der eigentliche übersehen wird.

Glauben, ein Antibiotikum werde es beheben

MSD schreibt, dass bei irreversibler Pulpitis der klassische Weg darin besteht, die Pulpa mit einer Wurzelbehandlung zu entfernen oder den Zahn zu ziehen (bei ausgewählten Zähnen ist auch eine Pulpotomie möglich), und dass ein Antibiotikum gegeben wird, wenn weitere Infektionszeichen wie Fieber bestehen. Bei einem Zahn, der pocht, aber weder Schwellung noch Fieber macht, berührt ein Antibiotikum die Ursache des Schmerzes nicht.

Die Dosis des Schmerzmittels erhöhen

Der NHS sagt, die empfohlene Dosis eines Schmerzmittels nicht zu überschreiten: Eine hohe Dosis wirkt nicht besser, kann aber sehr gefährlich sein. Die Leitlinie der ADA von 2024 hält fest, dass nicht steroidale Schmerzmittel (wie Ibuprofen), allein oder zusammen mit Paracetamol, zur vorübergehenden Schmerzbehandlung, wenn eine Zahnbehandlung nicht sofort erreichbar ist, wahrscheinlich eine bessere Schmerzkontrolle und ein sichereres Profil bieten als Opioide. Das ist eine Brücke, keine Behandlung.

Mit der Wurzelbehandlung beginnen, bevor ein Test den Schmerz auslöst

In den Fällen, in denen ein pochender Schmerz mit einer Migräne verwechselt wurde, hatte die Wurzelbehandlung den Schmerz nicht beseitigt. Löst kein Zahn den Schmerz auf Kälte, Wärme oder Beklopfen hin aus, haben Sie das gute Recht, eine zweite Meinung einzuholen.

Wann das Pochen nach der Behandlung vergeht

Der folgende Verlauf gilt für den üblichen Fall, in dem der verursachende Zahn richtig gefunden und behandelt wurde. Was Ihnen die behandelnde Zahnärztin oder der behandelnde Zahnarzt sagt, hat Vorrang.

  1. Der erste Tag der Behandlung

    Wird der Nerv oder die entzündete Pulpa entfernt, ist die Quelle des Pochens beseitigt. In der Studie, die Pulpotomie und Wurzelbehandlung verglich, ging der Schmerz in beiden Gruppen vom ersten zum siebten Tag zurück.

  2. Die erste Woche

    Beim Zubeißen kann eine leichte Empfindlichkeit am Zahn bleiben, die von Tag zu Tag abnehmen sollte. Mit dem behandelten Zahn nicht auf Hartes zu beißen, erleichtert diese Zeit.

  3. Kontrolle

    Bei Zähnen mit Pulpotomie werden im Abstand einiger Monate Kontrollen mit Vitalitätstests und Röntgenbildern gemacht. Bei Zähnen mit einem Abszess an der Wurzelspitze wird die Heilung des Knochens im Lauf von Monaten mit Röntgenbildern verfolgt.

Warten Sie in diesen Fällen nicht

  • Das Pochen lässt einige Tage nach der Behandlung nicht nach, sondern nimmt zu. Wenden Sie sich an die Praxis, die behandelt hat. Die Quelle kann ein anderer Zahn oder eine Ursache außerhalb der Zähne sein.
  • In Ihrem Gesicht beginnt eine Schwellung oder Sie bekommen Fieber. Gehen Sie noch am selben Tag in die Praxis. Breitet sich die Schwellung um das Auge oder auf den Hals aus, gehen Sie in die Notaufnahme.
  • Schlucken, Atmen oder Sprechen werden schwerer. Warten Sie nicht; wählen Sie den Notruf 112 oder gehen Sie in die Notaufnahme.

Was den Umfang der Behandlung bestimmt

Wir nennen keine einzelne Zahl, denn hinter einem pochenden Schmerz kann eine Entzündung stehen, die mit einer Füllung vergeht, aber ebenso ein Zahn, der eine Wurzelbehandlung und eine Krone braucht, oder eine Migräne, die gar keine Zahnbehandlung erfordert. Diese Posten bestimmen den Umfang:

In welchem Stadium der Nerv ist
Bei reversibler Pulpitis eine Füllung, bei irreversibler Pulpitis eine Pulpotomie oder Wurzelbehandlung, beim Abszess Ablassen und Wurzelbehandlung oder Zahnentfernung.
Die verbliebene gesunde Zahnsubstanz
Ob der Zahn nach der Wurzelbehandlung mit einer Füllung oder einer Krone versorgt wird, bestimmt die verbliebene Zahnsubstanz.
Wie schwierig das Kanalsystem ist
Große Backenzähne haben mehr Wurzeln und Kanäle; gekrümmte oder verengte Kanäle verlängern die Arbeit und können eine Fachpraxis erfordern.
Ob die Quelle im Zahn liegt
Kommt der Schmerz nicht vom Zahn, verlagert sich die Beurteilung zu Fachrichtungen außerhalb der Zahnmedizin, und eine Zahnbehandlung ist nicht nötig.

Häufige Fragen

Woher kommt ein pochender Zahnschmerz?

Meist von einer nicht umkehrbaren Entzündung des Nerv- und Gefäßgewebes im Zahn (Pulpa) nach Karies oder einem Schlag oder davon, dass diese Entzündung die Wurzelspitze erreicht und einen Abszess bildet. Es gibt auch Ursachen außerhalb des Zahns: Nebenhöhlen, Kaumuskeln, gefäßbedingte Schmerzen wie die Migräne und selten das Herz.

Geht ein pochender Zahnschmerz von selbst weg?

Dass er dauerhaft vergeht, ist nicht zu erwarten. MSD schreibt, dass bei irreversibler Pulpitis eine Wurzelbehandlung oder eine Zahnentfernung der Weg ist, den Schmerz zu stoppen. Hört der Schmerz plötzlich auf, zeigt das oft, dass der Nerv abgestorben ist, und die Infektion kann an der Wurzelspitze weitergehen.

Wie erkenne ich, ob mein Zahn zu retten ist?

Die sichere Entscheidung liefern die Tests in der Praxis. Nach MSD kann der Nerv zu retten sein, wenn ein Schmerz durch Kälte oder Süßes 1 bis 2 Sekunden nach Entfernen des Reizes vergeht; hält der Schmerz an oder kommt er von selbst, ist er womöglich nicht mehr zu retten. Mit einem Schluck kaltem Wasser können Sie diesen Unterschied zu Hause beobachten und beim Termin schildern.

Welcher Zahn schmerzt, warum finde ich ihn nicht?

Weil Zahnschmerzen oft an eine andere Stelle ausstrahlen. In einer Studie mit 100 Betroffenen spürten 65 Prozent den Schmerz in einer anderen Region als der Quelle; bei einem Schmerz, der von selbst kommt und lange anhält, war das häufiger. Den richtigen Zahn finden Kälte-, Klopf- und Aufbisstest zusammen mit dem Röntgenbild.

Hilft ein Antibiotikum bei pochenden Zahnschmerzen?

Ohne Schwellung und Fieber nicht. MSD schreibt, dass ein Antibiotikum gegeben wird, wenn weitere Infektionszeichen wie Fieber bestehen, und dass bei irreversibler Pulpitis eine Wurzelbehandlung oder eine Zahnentfernung den Schmerz stoppt.

Gibt es eine Alternative zur Wurzelbehandlung?

Bei manchen Zähnen ja. Bei der Pulpotomie wird nur der entzündete obere Teil der Pulpa entfernt. In einer Studie, die 160 große Backenzähne verglich, war der Erfolg nach 12 Monaten ähnlich wie bei der Wurzelbehandlung. Die Beobachtungszeit ist kurz; fragen Sie Ihre Zahnärztin oder Ihren Zahnarzt, ob Ihr Zahn geeignet ist.

Was kann ich nehmen, bis ich die Zahnarztpraxis erreiche?

Der NHS rät zu Ibuprofen oder Paracetamol in der empfohlenen Dosis, zu weichen Speisen und zum Spülen mit lauwarmem Salzwasser; Süßes, sehr Heißes und sehr Kaltes sollten Sie meiden. Wer jünger als 16 ist, sollte kein Aspirin nehmen. Die ADA-Leitlinie nennt für die vorübergehende Behandlung Mittel wie Ibuprofen, allein oder zusammen mit Paracetamol, als erste Wahl.

Wann ist ein pochender Schmerz ein Notfall?

Der NHS sagt, in die Notaufnahme zu gehen, wenn zu den Zahnschmerzen eine Schwellung um das Auge oder am Hals kommt oder eine Schwellung im Mund oder am Hals das Atmen, Schlucken oder Sprechen erschwert. Fahren Sie nicht selbst; wählen Sie bei Bedarf den Notruf 112.

Quellen

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