Zahnwanderung & Verlust

Zahnerosion: Wie Säure den Zahn abträgt und wie sie sich stoppen lässt

Säure, die nicht von Bakterien, sondern aus dem Magen oder aus dem Glas kommt, löst den Zahnschmelz langsam auf; verlorener Schmelz kommt nicht zurück, aber der Prozess lässt sich stoppen

Zahnerosion ist die chemische Auflösung des Zahnschmelzes durch Säuren, die nicht von Bakterien stammen. Die Säure kommt entweder von innen (Reflux, häufiges Erbrechen) oder von außen (säurehaltige Getränke, Fruchtsäfte, manche Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel). Anders als Karies verursacht sie kein Loch; sie glättet die Zahnoberfläche, lässt sie glänzen, macht die Kanten dünner und verkürzt die Zähne mit der Zeit. Im Folgenden finden Sie, wie man Erosion im Mund erkennt, worin sie sich von der Abnutzung durch Zähnepressen und hartes Putzen unterscheidet, welche Gewohnheiten das Risiko erhöhen, ob es wirklich etwas bringt, mit dem Putzen nach dem Essen zu warten, und warum die Behandlung damit beginnt, zuerst die Ursache zu stoppen.

Kurze Antwort

Zahnerosion ist die Auflösung des Zahnschmelzes durch Säuren, die nicht von Mundbakterien stammen. Die häufigsten Quellen sind Reflux, wiederholtes Erbrechen sowie säurehaltige Getränke, Fruchtsäfte und kohlensäurehaltige Getränke. Die Zähne wirken glänzend, abgeflacht oder ausgehöhlt, die Kanten der Frontzähne werden durchscheinend, Kälteempfindlichkeit beginnt. Verlorener Schmelz kommt nicht zurück; die Behandlung besteht darin, zuerst die Säurequelle zu kontrollieren, mit Fluorid zu pflegen und bei Bedarf mit geklebten Füllungen zu reparieren, die so wenig Zahnsubstanz wie möglich abtragen.

Ursache
Nicht bakterielle Säure: Reflux, Erbrechen, säurehaltige Getränke und Speisen
Wie häufig
Deutliche Abnutzung bei 29 Prozent der europäischen Erwachsenen von 18–35 Jahren
Typisches Aussehen
Glänzende, abgeflachte Flächen, ausgehöhlte Höcker, durchscheinende Kanten
Reihenfolge der Behandlung
Zuerst die Ursache stoppen, Reparatur möglichst spät und substanzschonend

Was Erosion ist und wie sie sich von anderen Abnutzungen unterscheidet

Die American Dental Association (ADA) definiert Zahnerosion als den chemischen Verlust mineralisierten Zahngewebes infolge der Einwirkung von Säuren, die nicht von Mundbakterien stammen. Der Konsensbericht der European Federation of Conservative Dentistry (EFCD) aus dem Jahr 2015 beschreibt erosive Zahnabnutzung als einen chemisch-mechanischen Prozess, der zu einem kumulativen Verlust von Zahnhartsubstanz führt und nicht durch Bakterien verursacht wird, und schreibt, dass ihr deutlichstes Zeichen der Verlust der natürlichen Oberflächenstruktur und Konturen des Zahns ist. Wichtig ist, sie nicht mit Karies zu verwechseln: Bei Karies bilden Bakterien in der Plaque die Säure, und das Ergebnis ist ein Loch; bei Erosion kommt die Säure von außen oder aus dem Magen, und die Oberfläche wird großflächig dünner.

Erosion bleibt selten allein. Durch Säure erweichter Schmelz ist gegenüber mechanischen Einflüssen wie Zähneputzen oder Zähnepressen anfälliger; deshalb beschreibt der Konsensbericht den Prozess als chemisch und mechanisch zugleich. Von den beiden anderen Arten der Abnutzung unterscheidet sie sich im Aussehen. Bei der Abnutzung durch Zahn-zu-Zahn-Kontakt (Attrition) entstehen an unteren und oberen Zähnen genau aufeinanderpassende, scharfkantige flache Flächen. Bei der Abnutzung durch einen äußeren Einfluss wie hartes Putzen (Abrasion) zeigen sich am Zahnfleischrand, am Zahnhals, scharf begrenzte Kerben. Bei Erosion dagegen sind die Flächen abgerundet, seidig glänzend und wie angeschmolzen.

Die ADA beschreibt das typische Aussehen einer Erosion als Verlust der Schmelzstruktur, seidige, glänzende oder angeschmolzen wirkende Oberflächen und ausgehöhlte, abgeflachte oder geglättete Kauflächen. Auf den Höckerspitzen der Backenzähne können kleine Mulden entstehen. Die Schneidekanten der Frontzähne werden dünner und wirken gegen das Licht durchscheinend. Füllungen können über die Oberfläche hinausragen, weil das Zahngewebe um sie herum aufgelöst wurde. Die Cleveland Clinic nennt auch das Vergilben der Zähne: Je dünner der Schmelz wird, desto stärker wird das gelbliche Dentin darunter sichtbar.

Wo die Abnutzung liegt, gibt einen Hinweis darauf, woher die Säure kommt. Die ADA schreibt, dass Erosion durch selbst herbeigeführtes Erbrechen typischerweise an den Gaumenflächen der oberen Frontzähne zu sehen ist; bei Reflux sei die in den Mund gelangende Säure vor allem im Schlaf schädlich und könne in Rückenlage die unteren Backenzähne umspülen. Bei Säure von außen, etwa bei der Gewohnheit, an Zitronen zu saugen oder säurehaltige Getränke im Mund zu behalten, stehen die Lippenflächen der Frontzähne und die Kauflächen der unteren Backenzähne im Vordergrund. Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt kann anhand der Verteilung der Abnutzung die Quelle abschätzen; nennen Sie deshalb bei der Untersuchung offen, ob Sie Reflux, Sodbrennen oder Erbrechen haben.

Erosion ist häufiger, als man denkt. In einer Studie, in der in sieben europäischen Ländern 3.187 Menschen zwischen 18 und 35 Jahren untersucht wurden, fand sich bei 29 Prozent der Teilnehmenden eine deutliche Abnutzung; am höchsten war sie im Vereinigten Königreich. Sodbrennen oder saurer Reflux, wiederholtes Erbrechen, ein Leben auf dem Land, die Verwendung einer elektrischen Zahnbürste und Schnarchen hingen mit der Abnutzung zusammen; auch der Verzehr von frischem Obst und Fruchtsaft hing mit der Abnutzung zusammen. Es handelt sich um eine Querschnittsstudie: Sie zeigt nicht, dass diese Faktoren die Abnutzung verursachen, sondern dass sie bei Menschen mit Abnutzung häufiger vorkommen.

Einen breiteren Überblick über die Risikofaktoren liefert eine Metaanalyse aus dem Jahr 2024. Die Autoren werteten 71 Beobachtungsstudien aus und fanden einen signifikanten Zusammenhang erosiver Abnutzung mit männlichem Geschlecht, dem Aufsteigen von Mageninhalt in den Mund (Odds Ratio etwa 2,3), Erkrankungen des Verdauungssystems, säurehaltigen Speisen (Odds Ratio etwa 2,4), Nahrungsergänzungsmitteln und kohlensäurehaltigen Getränken. Die Autoren empfehlen Zahnärztinnen und Zahnärzten, sich besonders auf Refluxsymptome und Ernährungsgewohnheiten zu konzentrieren. Der EFCD-Bericht nennt außerdem Getränke mit niedrigem pH-Wert und hoher Pufferkapazität als Hauptrisiko und den Kalziumgehalt als wichtigsten Schutzfaktor; auch Berufe, in denen mit säurehaltigen Flüssigkeiten oder Dämpfen gearbeitet wird, zählt er zur Risikogruppe.

Essstörungen müssen gesondert erwähnt werden, denn die Zahnärztin oder der Zahnarzt kann der erste Mensch sein, dem sie auffallen. In einer Metaanalyse aus dem Jahr 2015 war die Wahrscheinlichkeit einer Zahnerosion bei Menschen mit einer Essstörung etwa 5-mal so hoch wie in der Kontrollgruppe, bei Menschen, die sich selbst zum Erbrechen bringen, etwa 7-mal so hoch; auch der Speichelfluss war verringert. Die ADA schreibt, dass bei Bulimie eine Erosionshäufigkeit von über 90 Prozent berichtet wird. In der Schwangerschaft ist Erosion selten, die ADA weist aber darauf hin, dass sie in Schwangerschaften mit anhaltendem starkem Erbrechen vorkommen kann. In all diesen Situationen ist die Reparatur des Zahns nur dann von Dauer, wenn das zugrunde liegende Problem mitbehandelt wird.

Was geschieht, wenn die Erosion fortschreitet? Die Cleveland Clinic schreibt, dass sich Schmelz, der einmal verloren ist, nicht neu bildet und dass Schmerzen beginnen, wenn sich die Abnutzung dem Nerv nähert. Liegt das Dentin frei, nimmt die Kälteempfindlichkeit zu; die Kanten der Frontzähne können dünn werden und abbrechen, die Seitenzähne können kürzer werden. Bei fortgeschrittener Abnutzung, die den ganzen Mund betrifft, nimmt die Höhe der Zähne deutlich ab, und aus der Reparatur wird ein umfassenderer Plan. Die europäische Konsenserklärung aus dem Jahr 2017 empfiehlt, die Entscheidung über eine Reparatur nach Schweregrad und Folgen der Abnutzung sowie nach dem Wunsch der Patientin oder des Patienten zu treffen und die Reparatur so lange wie möglich hinauszuzögern.

Welche Zeichen sprechen für Erosion, welche für ein anderes Problem

Die sichere Unterscheidung trifft die Untersuchung. Die erste Liste nennt Zeichen, die dafür sprechen, dass die Abnutzung von Säure herrührt; die zweite Liste nennt Zeichen, die für eine andere Ursache oder für eine Situation sprechen, die eine genauere Beurteilung braucht.

Wann es passt

  • Die Zahnoberflächen glänzen seidig, die Höcker sind ausgehöhltDas typische Bild einer Erosion, wie es die ADA beschreibt. Ragen Füllungen über den Zahn um sie herum hinaus, spricht auch das dafür, dass sich das umgebende Gewebe aufgelöst hat.
  • Die Gaumenseite der oberen Frontzähne ist dünner gewordenDie ADA hält dieses Bild vor allem bei Erosion durch selbst herbeigeführtes Erbrechen für typisch; bei häufigem Erbrechen ist dies eine der Stellen, mit denen die Magensäure am stärksten in Kontakt kommt. Haben Sie außerdem Sodbrennen, saures Aufstoßen oder morgendliche Heiserkeit, sagen Sie das sowohl Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt als auch Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
  • Die Schneidekanten der Frontzähne sind durchscheinend geworden oder bröckelnJe dünner der Schmelz wird, desto mehr Licht lassen die Kanten durch und desto leichter bröckeln sie. Das ist ein frühes Zeichen.
  • Mehrmals täglich werden säurehaltige Getränke, Fruchtsaft oder Zitronenwasser getrunkenDie ADA schreibt, dass die Hauptursache von Erosion durch Säure von außen der häufige Konsum von kohlensäurehaltigen Getränken, Sportgetränken und Fruchtsäften mit einem pH-Wert von 2,0–3,5 ist.

Wann eher nicht

  • Genau aufeinanderpassende, scharfkantige flache Flächen an unteren und oberen ZähnenDieses Bild spricht eher für eine Abnutzung durch Zähnepressen oder Knirschen. Besteht morgens auch eine Ermüdung im Kiefer, sollte eine Aufbissschiene besprochen werden; kommt Säure hinzu, schreitet die Abnutzung schneller voran.
  • Scharfe Kerben nur am Zahnfleischrand, am ZahnhalsDas kann mit hartem Putzen oder mit Belastungen am Zahnhals zusammenhängen. Putztechnik und Härte der Zahnbürste sollten besprochen werden.
  • Ein erweichter, verfärbter und begrenzter Hohlraum im ZahnDas spricht eher für Karies als für Erosion. Karies ist ein bakterieller Prozess, und ihre Behandlung ist eine andere.
  • Zahnschmerzen, die von selbst beginnen oder nachts wecken, oder eine Schwellung im GesichtDie Abnutzung kann den Nerv erreicht haben oder es hat sich ein anderes Problem entwickelt; gehen Sie zu Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt. Bei einer sich schnell ausbreitenden Schwellung im Gesicht, Atem- oder Schluckbeschwerden wählen Sie die 112.

Wie Erosion beurteilt und behandelt wird

Nach dem EFCD-Bericht beginnt ein wirksames Vorgehen damit, nach frühen Zeichen zu suchen und alle Ursachen zu beurteilen. Die Reparatur kommt am Ende dieser Reihenfolge.

  1. 1

    Einstufung der Abnutzung

    Die EFCD empfiehlt zur Einstufung die Basic Erosive Wear Examination (BEWE). Der Mund wird in sechs Abschnitte eingeteilt, die am stärksten betroffene Fläche in jedem Abschnitt wird auf einer vierstufigen Skala (0–3) bewertet, und die Gesamtpunktzahl wird Risikostufen zugeordnet, die die Behandlung leiten. Diese Punktzahl und Fotos machen es möglich, bei späteren Kontrollen zu sehen, ob die Abnutzung fortschreitet.

  2. 2

    Suche nach der Säurequelle

    Gefragt wird nach Ernährung, Getränken, Nahrungsergänzungsmitteln, Medikamenten, Refluxsymptomen, Erbrechen und Beruf. Ein Ess- und Trinktagebuch über einige Tage macht sichtbar, wie oft die Zähne im Lauf des Tages mit Säure in Kontakt kommen.

  3. 3

    Bei Bedarf Überweisung an eine Ärztin oder einen Arzt

    Bei Refluxsymptomen ist eine Zusammenarbeit mit der Gastroenterologie oder der Hausärztin oder dem Hausarzt nötig, bei Verdacht auf eine Essstörung mit einer Fachperson für psychische Gesundheit. Solange die Säurequelle besteht, nutzt sich auch eine Reparatur am Zahn weiter ab.

  4. 4

    Vorbeugende Pflege

    Empfohlen werden fluoridhaltige Zahnpasta und bei Bedarf in der Praxis aufgetragenes Fluorid. Eine Umbrella-Übersicht aus dem Jahr 2026 schreibt, dass Zahnpasten mit Zinnfluorid in Labor- und In-situ-Modellen einen gleichmäßigeren Schutz bieten als klassische Fluoridzahnpasten, dies aber nicht als Beleg dafür gewertet werden sollte, dass sich die Abnutzung in der Praxis verlangsamt.

  5. 5

    Beobachtung

    Die europäische Konsenserklärung empfiehlt bei schwerer Abnutzung Diagnose, Vorbeugung, Beratung und Beobachtung; die Reparatur dagegen so lange wie möglich hinauszuzögern. Ist die Abnutzung zum Stillstand gekommen und bestehen keine Beschwerden, können regelmäßige Kontrollen ausreichen.

  6. 6

    Bei Bedarf substanzschonende Reparatur

    Bei Empfindlichkeit oder Problemen mit Funktion oder Aussehen wird repariert. Die EFCD schreibt, dass die Reparatur Schmerzen und Empfindlichkeit verringern sowie Aussehen und Funktion wiederherstellen soll und nur zusammen mit vorbeugenden Maßnahmen erfolgen darf; der europäische Konsens empfiehlt ein substanzschonendes Vorgehen auf Grundlage von Klebetechniken.

Was je nach Grad der Abnutzung getan wird

Die Behandlung ist je nach Schweregrad der Abnutzung, Empfindlichkeit und Ihren Erwartungen gestuft. Auf jeder Stufe wird die Kontrolle der Säurequelle fortgesetzt.

01

Fluorid und tägliche Pflege

Die Cleveland Clinic empfiehlt im frühen Stadium, Fluorid auf die Oberfläche aufzutragen. Fluoridhaltige Zahnpasta, bei Bedarf Zahnpasta mit Zinnfluorid und in der Praxis aufgetragener Fluoridlack helfen, die Empfindlichkeit zu verringern und die Oberfläche zu schützen.

02

Geklebte Reparatur mit Komposit

Empfindliche oder dünner gewordene Flächen werden ohne oder mit sehr geringem Abtrag von Zahnsubstanz mit Komposit abgedeckt. Die europäische Konsenserklärung nennt solche klebebasierten, substanzschonenden Vorgehensweisen bei schwerer Abnutzung als Beispiel.

03

Overlay und Veneer aus Keramik oder Komposit

Die Kaufläche verkürzter Seitenzähne lässt sich mit dünnen Overlays, die Oberfläche der Frontzähne mit Veneers wieder aufbauen. Diese Möglichkeiten sollen die Höhe zurückgewinnen, ohne den Zahn ringsum zu beschleifen.

04

Krone

Die Cleveland Clinic spricht bei fortgeschrittener Erosion von Bonding, Veneers oder Kronen. Weil eine Krone mehr Abtrag von Zahnsubstanz erfordert, kommt sie meist infrage, wenn die anderen Möglichkeiten nicht ausreichen.

05

Ein Plan für den ganzen Mund

Hat die Abnutzung viele Zähne zugleich erfasst und sind die Zähne deutlich kürzer geworden, geht die Reparatur über einzelne Zähne hinaus und wird zu einem Plan, der auch die Bisshöhe umfasst. Sind durch Abnutzung oder aus anderen Gründen viele Zähne nicht zu erhalten, können auch Implantatlösungen für den ganzen Mund Teil dieses Plans sein.

Häufige Fehler bei Erosion

Die folgenden Punkte sind bei diesem Thema häufige Fehlentscheidungen und ihr Preis.

Die Zähne überkronen lassen, ohne die Ursache zu stoppen

Besteht die Säurequelle fort, löst sich das Zahngewebe am Rand der Reparatur weiter auf. Die EFCD betont, dass die Reparatur nur zusammen mit vorbeugenden Maßnahmen erfolgen darf.

Säurehaltige Getränke schluckweise über lange Zeit trinken

Die Zeit, in der der Zahn mit Säure in Kontakt ist, wird länger. Säurehaltige Getränke zum Essen und in kurzer Zeit zu trinken, sie nicht im Mund zu behalten und, wie von der ADA empfohlen, einen Strohhalm zu verwenden, verringert den Kontakt mit dem Zahn.

Direkt nach dem Erbrechen die Zähne putzen

Die ADA empfiehlt, den Mund nach dem Erbrechen mit Wasser, mit Wasser mit Natron oder mit Milch auszuspülen. Die ADA warnt, dass diese Menschen ihre Zähne nicht direkt nach dem Erbrechen putzen sollten; durch Säure erweichten Schmelz sofort zu putzen, kann die mechanische Abnutzung verstärken.

Mit harter Bürste und abrasiver Zahnpasta kräftig drückend putzen

Auf einer durch Säure erweichten Oberfläche beschleunigt mechanische Einwirkung die Abnutzung. Eine weiche Bürste, leichter Druck und fluoridhaltige Zahnpasta reichen aus.

Reflux nur als Magenproblem betrachten

Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 fand, dass Zahnerosion bei Refluxpatienten signifikant häufiger vorkommt als bei gesunden Menschen. Wenn Sie Reflux haben, bitten Sie darum, dass auch Ihre Zähne kontrolliert werden.

Die Säurebelastung im Alltag verringern

Am stärksten bestimmen Alltagsgewohnheiten, ob die Erosion fortschreitet. Die folgenden Empfehlungen stammen von der ADA, der Cleveland Clinic und aus Studien; den auf Sie zugeschnittenen Plan erstellt Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt.

  1. Bei säurehaltigen Getränken und Speisen

    Verringern Sie die Häufigkeit, verzehren Sie sie zum Essen, behalten Sie sie nicht im Mund, verwenden Sie einen Strohhalm. Die ADA empfiehlt außerdem, zum Essen Wasser zu trinken und zuckerfreien Kaugummi zu kauen, um den Speichelfluss anzuregen.

  2. Nach Säure

    Die ADA empfiehlt, nach einem säurehaltigen Getränk den Mund mit Wasser auszuspülen, statt sofort zu putzen; die Cleveland Clinic empfiehlt, nach dem Essen mindestens 30 Minuten mit dem Putzen zu warten. Die europäische Studie mit 3.187 Menschen fand dagegen keinen Zusammenhang zwischen dem Warten mit dem Putzen nach dem Frühstück und dem Grad der Abnutzung. Die Belege dazu sind nicht einheitlich; zweimal täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta, sanft und ohne Druck zu putzen, scheint wichtiger zu sein.

  3. Bei Erbrechen oder Reflux

    Spülen Sie den Mund mit Wasser, mit Wasser mit Natron oder mit Milch aus. Haben Sie Refluxsymptome, besprechen Sie die Behandlung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; ohne Kontrolle der Säurequelle lassen sich die Zähne nicht schützen.

  4. Bei den Kontrollen

    Die Cleveland Clinic empfiehlt, bei Menschen mit Neigung zu Erosion häufiger Kontrollen durchzuführen. Mit Fotos und BEWE-Punktzahl wird verfolgt, ob die Abnutzung zum Stillstand gekommen ist.

Warten Sie in diesen Fällen nicht

  • Neu auftretende oder zunehmende Kälteempfindlichkeit der Zähne. Die Cleveland Clinic empfiehlt, sich an die Zahnarztpraxis zu wenden, wenn Empfindlichkeit oder sichtbare Zeichen von Erosion bemerkt werden.
  • Die Kanten der Frontzähne sind durchscheinend geworden oder bröckeln. Vereinbaren Sie einen Termin; im frühen Stadium können vorbeugende Pflege und kleine Reparaturen ausreichen.
  • Zahnschmerzen, die von selbst beginnen oder nachts wecken. Die Abnutzung kann sich dem Nerv genähert haben; gehen Sie zu Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt.
  • Häufiges Erbrechen, eine Essstörung oder lang anhaltendes Erbrechen in der Schwangerschaft. Sagen Sie es sowohl Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt als auch Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt; ohne Behandlung der zugrunde liegenden Situation lassen sich die Zähne nicht schützen.

Was den Umfang bestimmt

Die Behandlung einer Erosion kann von vorbeugender Pflege bis zu einer Reparatur reichen, die den ganzen Mund umfasst; wir nennen hier keine Zahlen. Die wichtigsten Posten, die den Umfang bestimmen, sind:

Grad und Ausdehnung der Abnutzung
Eine leichte Abnutzung an wenigen Flächen und eine fortgeschrittene Abnutzung, bei der viele Zähne kürzer geworden sind, haben einen sehr unterschiedlichen Umfang.
Art der Reparatur
Kompositreparatur, Keramik-Overlay, Veneer und Krone erfordern unterschiedliche Materialien und Laborabläufe.
Veränderung der Bisshöhe
Sind die Zähne deutlich kürzer geworden, nehmen Planung, Probephase und Zahl der Termine zu.
Behandlung der zugrunde liegenden Ursache
Die Behandlung von Reflux oder einer Essstörung wird als eigener Prozess getrennt von der Zahnbehandlung geplant.

Häufige Fragen

Was ist Zahnerosion?

Die chemische Auflösung des Zahnschmelzes durch Säuren, die nicht von Mundbakterien stammen. Die Säure kommt von innen, etwa durch Reflux und Erbrechen, oder von außen, etwa durch säurehaltige Getränke und Speisen. Anders als Karies verursacht sie kein Loch, sondern macht die Oberfläche großflächig dünner.

Kommt durch Erosion verlorener Schmelz zurück?

Nein. Die Cleveland Clinic schreibt, dass sich verlorener Schmelz nicht neu bildet. Im frühen Stadium lässt sich der Mineralgehalt der Oberfläche mit Fluorid und Speichel unterstützen, und das Fortschreiten der Abnutzung lässt sich stoppen; verlorenes Gewebe lässt sich nur durch eine Füllung oder Verblendung ersetzen.

Schadet Reflux den Zähnen?

Das kann er. Die ADA nennt Reflux als begünstigenden Faktor für Erosion; sie schreibt, dass im Schlaf in den Mund gelangende Säure besonders schädlich ist und die unteren Backenzähne in Rückenlage der Säure ausgesetzt sein können. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 fand, dass Erosion bei Refluxpatienten häufiger vorkommt als bei gesunden Menschen.

Muss man nach dem Essen mit dem Putzen warten?

Die Empfehlungen gehen auseinander. Die Cleveland Clinic empfiehlt, mindestens 30 Minuten zu warten, die ADA, nach einem säurehaltigen Getränk mit Wasser zu spülen, statt sofort zu putzen. Eine Studie mit 3.187 europäischen Erwachsenen fand dagegen keinen Zusammenhang zwischen dem Warten nach dem Frühstück und der Abnutzung. Mit weicher Bürste und ohne Druck zu putzen, ist in jedem Fall sinnvoll.

Welche Getränke tragen die Zähne ab?

Die ADA nennt den häufigen Konsum von kohlensäurehaltigen Getränken, Sportgetränken und Fruchtsäften mit einem pH-Wert von 2,0–3,5 als Hauptursache von Erosion durch Säure von außen. In einer Metaanalyse hingen kohlensäurehaltige Getränke, säurehaltige Speisen und Nahrungsergänzungsmittel mit Erosion zusammen. Häufigkeit und Dauer des Kontakts mit dem Zahn sind wichtiger als die Menge.

Was ist der Unterschied zwischen Erosion und Abrasion?

Erosion ist die chemische Wirkung von Säure; die Flächen wirken glänzend, abgerundet und ausgehöhlt. Abrasion ist eine mechanische Einwirkung wie hartes Putzen und verursacht meist scharfe Kerben am Zahnfleischrand. Bei der Attrition durch Zähnepressen entstehen dagegen an unteren und oberen Zähnen aufeinanderpassende flache Flächen. Die drei kommen häufig gemeinsam vor.

Welche Zahnpasta hilft bei Erosion?

In Labor- und In-situ-Modellen verringern fluoridhaltige Zahnpasten den Verlust an Zahnhartsubstanz im Vergleich zu fluoridfreien. In einer Umbrella-Übersicht aus dem Jahr 2026 zeigten Zahnpasten mit Zinnfluorid in Labor- und In-situ-Modellen den gleichmäßigsten Schutz; die Autoren betonen, dass dies kein sicherer Beleg dafür ist, dass sich die Abnutzung in der Praxis verlangsamt.

Müssen die Zähne bei Erosion überkront werden?

Meist nicht sofort. Die europäische Konsenserklärung empfiehlt, die Reparatur so lange wie möglich hinauszuzögern und bei Bedarf substanzschonende, klebebasierte Verfahren zu wählen. Bei Empfindlichkeit, Brüchen oder Problemen mit dem Aussehen werden Kompositreparatur, Overlay, Veneer oder Krone besprochen.

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