Schmerz & Empfindlichkeit

Kopfschmerz vom Nacken: Strahlt er in Gesicht und Zähne aus?

Ein einseitiger Schmerz, der im Nacken beginnt und nach vorn zieht, hat seine Quelle im Hals; im Zahn und im Kiefer hinterlässt er andere Zeichen

Der vom Nacken ausgehende Kopfschmerz (zervikogener Kopfschmerz) ist ein Schmerz, der in den Halswirbeln, ihren Gelenken oder der Nackenmuskulatur beginnt und in den Kopf ausstrahlt. Weil die Schmerzsignale aus dem Hals im Hirnstamm im selben Zentrum zusammenlaufen wie die Signale des Trigeminusnervs, der die Empfindungen des Gesichts leitet, bleibt der Schmerz nicht im Nacken, sondern kann bis zur Stirn, in die Augenregion, in die Schläfe und manchmal ins Gesicht gespürt werden. Im Folgenden finden Sie die Zeichen, die diesen Schmerz vom Zahnschmerz und von Problemen des Kiefergelenks unterscheiden, Lagen mit Nackenschmerz, die nicht warten sollten, und die Behandlungen, deren Nutzen in Studien gezeigt wurde.

Kurze Antwort

Der Kopfschmerz vom Nacken beginnt in Halswirbeln, Gelenken oder Nackenmuskeln, strahlt in den Kopf aus und bleibt meist auf derselben Seite. Er beginnt im Nacken und zieht nach vorn zu Stirn, Augenregion und Schläfe; Halsbewegung oder Druck auf die Nackenmuskeln löst ihn aus. Zahnschmerz kommt dagegen durch Wärme, Kälte oder Zubeißen. Wählen Sie den Notruf 112 bei sehr hohem Fieber, Nackensteife oder Lichtempfindlichkeit, Taubheit oder Schwäche, Sprach- oder Gleichgewichtsstörung, Benommenheit oder Verwirrtheit, Krampfanfall, Sehverlust, plötzlichem heftigstem Schmerz oder einer Kopfverletzung in den letzten 3 Monaten.

Typischer Ausgangspunkt
Nacken und Hinterkopf, dann Ausbreitung nach vorn
Seite
Meist immer auf derselben Seite
Auslöser
Halsbewegung, lange gleiche Haltung, Druck auf die Nackenmuskeln
Sofort Notruf 112
Sehr hohes Fieber, Nackensteife oder Lichtempfindlichkeit; Taubheit, Schwäche, Sprach- oder Sehstörung; Verwirrtheit oder Krampfanfall

Warum Schmerz aus dem Nacken im Kopf und im Gesicht gespürt wird

Die internationale Klassifikation der Kopfschmerzerkrankungen (ICHD-3) definiert den zervikogenen Kopfschmerz als Kopfschmerz, der durch ein Problem der Halswirbel, der Bandscheiben dazwischen oder der Weichteile des Halses verursacht wird und meist mit Nackenschmerz einhergeht. Dieselbe Klassifikation vermerkt, dass der von den oberen Halsnerven geleitete Schmerz und der vom Trigeminusnerv geleitete Schmerz im Hirnstamm zusammenlaufen und dass dies inzwischen gut verstanden ist. Eine in The Lancet Neurology veröffentlichte Übersichtsarbeit schreibt ebenfalls, dass Labor- und klinische Studien gezeigt haben, dass Schmerz aus den oberen Halsgelenken und -muskeln in den Kopf ausstrahlen kann.

Dieses Zusammenlaufen erklärt, warum der Schmerz fern seiner Quelle gespürt wird. Das Gehirn kann nicht immer unterscheiden, ob ein Signal, das im selben Zentrum ankommt, aus dem Hals oder aus dem Gesicht stammt. So kann ein Gelenk- oder Muskelschmerz im Nacken in der Stirn, in der Augenregion, in der Schläfe oder in der Wange gespürt werden. Diese Ausstrahlung geht nicht nur in eine Richtung: Auch Schmerz aus dem Kiefergelenk und der Kaumuskulatur kann in den Hals, die Schläfe und das Ohr ziehen. Der Ort, an dem der Schmerz gespürt wird, zeigt die Quelle deshalb allein nicht an.

Wie häufig ist er? In einer Bevölkerungsstudie in der norwegischen Region Vågå, in der 1838 Menschen zwischen 18–65 Jahren befragt und untersucht wurden, lag die Häufigkeit des zervikogenen Kopfschmerzes bei 4,1 Prozent. In 97 Prozent der Fälle begannen die Schmerzattacken im Nacken oder am Hinterkopf. Migränetypische Merkmale wie Übelkeit, Erbrechen und Pochen waren dagegen selten. In dieser Studie zeigte sich keine Häufung bei Frauen; ein Unterschied zu Migräne und Spannungskopfschmerz.

Die ICHD-3 nennt folgende Merkmale, die helfen, diesen Schmerz von Migräne und Spannungskopfschmerz zu unterscheiden: Der Schmerz bleibt immer auf derselben Seite, der typische Schmerz lässt sich durch Fingerdruck auf die Nackenmuskeln oder durch Kopfbewegung auslösen, und der Schmerz breitet sich von hinten nach vorn aus. Die Klassifikation schreibt auch ausdrücklich, dass diese Merkmale nicht spezifisch für den zervikogenen Kopfschmerz sind und für sich allein keinen ursächlichen Zusammenhang beweisen. Für die Diagnose braucht es ein Problem im Hals, das Schmerz verursachen kann, und Belege wie einen Schmerz, der mit diesem Problem beginnt und sich mit ihm bessert, eine eingeschränkte Halsbeweglichkeit oder das Verschwinden des Schmerzes nach einer Betäubungsspritze an der betreffenden Struktur im Hals.

Befunde an der Halswirbelsäule im Röntgen und in der MRT können Sie in die Irre führen. Die ICHD-3 schreibt, dass Bildbefunde an den oberen Halswirbeln auch bei Menschen ohne Kopfschmerz häufig sind und deshalb eine Ursache zwar nahelegen, aber nicht beweisen. Auch die Übersicht in The Lancet Neurology hält fest, dass die Gültigkeit der klinischen Diagnosekriterien nicht belegt werden konnte und sich ein Ursprung im Hals nur mit kontrollierten, unter Röntgenkontrolle gesetzten Nervenbetäubungen sicher nachweisen lässt. Im Praxisalltag wird die Diagnose meist als wahrscheinlich gestellt und durch das Ansprechen auf die Behandlung klarer.

Der Zusammenhang zwischen Hals und Kiefer wurde gemessen. In einer Metaanalyse von Beobachtungsstudien fand sich bei Menschen mit Problemen des Kiefergelenks und der Kaumuskulatur (kraniomandibuläre Dysfunktion, CMD) mäßige Evidenz dafür, dass die nackenbedingte und die kieferbedingte Einschränkung im Alltag miteinander zusammenhängen, die Druckschmerzschwelle am Hals niedriger und die Halsbeweglichkeit stärker eingeschränkt ist. In derselben Analyse fand sich bei der Kopf- und Halshaltung (etwa der nach vorn geneigten Kopfhaltung) kein signifikanter Unterschied. Die Haltung allein ist also nicht schuld; diese Studien zeigen einen Zusammenhang, aber nicht, was was verursacht.

Empfindliche Punkte in der Hals- und Kiefermuskulatur können Schmerz in Kopf und Gesicht ausstrahlen. In einer Studie, die 20 Frauen mit Kiefermuskelschmerz und 20 Frauen mit verbreitetem Muskelschmerz (Fibromyalgie) verglich, wurden neben Schläfen- und Kiefermuskeln auch der seitliche Halsmuskel (Sternocleidomastoideus), die Nackenmuskeln und der Trapezmuskel untersucht; es fanden sich Punkte, die auf Druck den vertrauten Schmerz der Patientinnen auslösten (aktive Triggerpunkte). Bei Kiefermuskelschmerz lag dieser ausstrahlende Schmerz eher im Mund- und Gesichtsbereich, bei Fibromyalgie eher im Hals. Die Studie ist klein und misst einen in die Zähne ausstrahlenden Schmerz nicht gesondert; für einen vom Hals in die Zähne ausstrahlenden Schmerz gibt es keine starke Evidenz.

Nicht jeder Schmerz, der mit Nackenschmerz einhergeht, kommt von Muskeln oder Gelenken. MSD Manuals nennt unter den seltenen, aber ernsten Ursachen von Nackenschmerz einen Einriss der Innenwand einer Halsarterie (Dissektion), eine Meningitis, Tumoren oder Infektionen der Wirbelsäule sowie Herzinfarkt und Angina pectoris. Die Seite schreibt, dass eine Dissektion meist einen anhaltenden Kopf-, Hals- oder Gesichtsschmerz verursacht, oft begleitet von neurologischen Zeichen wie Gleichgewichtsverlust, Schwäche in Arm und Bein derselben Seite oder Schwierigkeiten beim Schlucken, Sprechen oder Sehen. Deshalb wird bei einem Bild mit Hals-, Gesichts- und Kopfschmerz zuerst auf diese Zeichen geachtet.

Welche Zeichen auf den Nacken, welche auf den Zahn oder eine ernstere Ursache hindeuten

Die erste Liste enthält Zeichen, die einen Ursprung im Nacken wahrscheinlicher machen; die zweite Liste Zeichen, die auf den Zahn, das Kiefergelenk oder eine Ursache hindeuten, die nicht warten sollte. Die Unterscheidung trifft die Untersuchung; diese Listen sollen Ihnen helfen, dem Arzt die richtigen Informationen mitzubringen.

Wann es passt

  • Wenn der Schmerz im Nacken beginnt und nach vorn ziehtIn der Vågå-Studie begannen die Attacken in 97 Prozent der Fälle von zervikogenem Kopfschmerz im Nacken oder am Hinterkopf. Auch die ICHD-3 zählt die Ausbreitung von hinten nach vorn zu den unterscheidenden Merkmalen.
  • Wenn der Schmerz immer auf derselben Seite ist und bei Halsbewegung zunimmtWenn das Drehen des Kopfes in eine bestimmte Richtung, langes Nach-unten-Schauen oder Schlafen in einer ungünstigen Lage den Schmerz auslöst und Ihre Halsbeweglichkeit eingeschränkt ist, kann die Quelle im Nacken liegen.
  • Wenn Druck auf die Nackenmuskeln den vertrauten Schmerz auslöstDie ICHD-3 zählt das Auslösen des typischen Schmerzes durch Fingerdruck auf die Nackenmuskeln zu den unterscheidenden Merkmalen. Wenn Sie es selbst ausprobieren, reicht dieses Zeichen allein nicht für eine Diagnose, ist aber erwähnenswert, wenn Sie mit dem Arzt sprechen.
  • Wenn auch Schulter oder Arm derselben Seite Beschwerden machenZu den Kriterien der Vågå-Studie gehören auch Beschwerden in Schulter und Arm derselben Seite. Bei Taubheit, Kribbeln oder Schwäche im Arm wird dagegen an eine eingeklemmte Nervenwurzel gedacht, und eine Untersuchung ist nötig.

Wann eher nicht

  • Wenn hohes Fieber, Nackensteife oder Lichtempfindlichkeit vorliegtDer NHS verlangt bei diesem Bild sofortige Hilfe; es spricht für eine Infektion wie eine Meningitis. In der Türkei wählen Sie den Notruf 112 oder gehen in die Notaufnahme; fahren Sie nicht selbst.
  • Plötzlicher, sehr heftiger Schmerz, Taubheit, Schwäche, Sprach- oder SehstörungDer NHS verlangt sofortige Hilfe, wenn der Kopfschmerz von Taubheit oder Schwäche in Gesicht oder Körper, Schwierigkeiten beim Sprechen, mit dem Gleichgewicht oder beim Gehen oder von Sehverlust begleitet wird oder plötzlich und sehr heftig begonnen hat. Wählen Sie den Notruf 112.
  • Wenn der Schmerz durch Wärme, Kälte oder Zubeißen beginnt und in einem bestimmten Zahn sitztDas spricht für den Zahn selbst. Der Zahnarzt sucht mit Kälte-, Klopf- und Aufbisstests nach einem Zahn, der den Schmerz auslöst.
  • Wenn der Schmerz beim Kauen und Mundöffnen zunimmt, das Kiefergelenk Geräusche macht oder der Kiefer morgens müde istDas spricht für ein Problem von Kiefergelenk und Kaumuskulatur (CMD). Da Nackenschmerz häufig zusammen mit CMD auftritt, können beide Quellen gleichzeitig bestehen; der Zahnarzt untersucht Kiefergelenk und Muskeln gesondert.
  • Wenn Druck oder Schmerz in der Brust in Hals, Kiefer oder Arm ausstrahlt oder bei Belastung kommtMSD schreibt, dass ein von der Brust in Hals oder Arm ausstrahlender Schmerz von einem Herzproblem wie Angina pectoris oder einem Herzinfarkt kommen kann. Wenn er plötzlich begonnen hat oder Schweißausbruch oder Atemnot dazukommen, wählen Sie den Notruf 112.

Wie Schmerz vom Nacken unterschieden wird

MSD schreibt, dass Ärzte bei Nackenschmerz zuerst versuchen, eine ernste Erkrankung auszuschließen. Die Reihenfolge beginnt deshalb mit den Notfallzeichen und geht dann zur Unterscheidung zwischen Nacken, Kiefer und Zahn über.

  1. 1

    Zuerst die Notfallzeichen

    Bei sehr hohem Fieber, Nackensteife oder Lichtempfindlichkeit, einem Krampfanfall, einer Kopfverletzung in den letzten 3 Monaten, Taubheit oder Schwäche in Gesicht oder Arm, Sprach-, Gleichgewichts- oder Sehstörung, Verwirrtheit, plötzlichem, sehr heftigem Schmerz oder Druck in der Brust erfolgt die Abklärung in der Notaufnahme; wählen Sie den Notruf 112.

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    Die Vorgeschichte des Schmerzes

    Gefragt wird, wo der Schmerz beginnt, ob er immer auf derselben Seite ist, ob er sich mit Halsbewegung, Haltung oder Kauen verändert und ob es eine frühere Halsverletzung gab (zum Beispiel ein Schleudertrauma bei einem Verkehrsunfall). Es hilft, einige Tage lang zu notieren, was den Schmerz auslöst.

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    Untersuchung von Hals und Nerven

    MSD schreibt, dass sich die Untersuchung auf Wirbelsäule und Nervensystem konzentriert, dass Muskelkraft, Reflexe und Gefühl geprüft werden, um eine eingeklemmte Nervenwurzel oder ein eingeengtes Rückenmark zu erkennen, und dass der Arzt Sie bitten kann, den Hals in bestimmte Richtungen zu bewegen.

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    Untersuchung von Kiefer und Zähnen

    Bestehen auch Gesichts- oder Zahnschmerzen, untersucht der Zahnarzt die Zähne mit Kälte-, Klopf- und Aufbisstests und Röntgenbildern und tastet zudem Kiefergelenk und Kaumuskulatur ab. Gibt es keinen Zahn, der den Schmerz auslöst, wird am Zahn kein nicht umkehrbarer Eingriff vorgenommen.

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    Bildgebung bei Bedarf

    MSD schreibt, dass bei Zeichen einer Nervenwurzelbeteiligung wie in den Arm ausstrahlendem Schmerz, Taubheit oder Schwäche eine MRT der Halswirbelsäule angefordert wird. Laut ICHD-3 beweisen Bildbefunde am Hals allein keine Ursache, da sie auch bei Menschen ohne Schmerzen häufig sind.

  6. 6

    Schritte, die die Diagnose klären

    Hält der Schmerz an und ist die Diagnose unklar, kann ein Schmerzspezialist unter Röntgenkontrolle eine Testspritze setzen, die ein bestimmtes Gelenk oder einen bestimmten Nerv im Hals betäubt. Laut der Übersicht in The Lancet Neurology sind diese kontrollierten Nervenblockaden der Weg, einen Ursprung im Hals sicher nachzuweisen.

Was in der Behandlung gemacht wird

Die Behandlung des Kopfschmerzes vom Nacken ist nicht das Gebiet des Zahnarztes, sondern das von Hausarzt, Physiotherapie, Neurologie und Schmerzspezialisten. Kommt ein Problem von Kiefergelenk und Kaumuskulatur hinzu, behandelt der Zahnarzt diesen Teil gesondert.

01

Übungen und manuelle Therapie

In einer randomisierten kontrollierten Studie mit 200 Patienten in Australien senkten 6 Wochen manuelle Therapie (manipulative Therapie) und spezielle Nackenübungen mit geringer Belastung die Häufigkeit und Stärke der Kopfschmerzen nach 12 Monaten signifikant im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die Kombination beider war der Einzelanwendung nicht signifikant überlegen, doch 10 Prozent mehr Patienten erfuhren Linderung.

02

Was Sie zu Hause tun können

Der NHS empfiehlt bei Nackenschmerz Paracetamol oder Ibuprofen, ein niedriges, festes Kissen, Wärme- oder Kälteanwendungen und Übungen für die Beweglichkeit des Halses. Er empfiehlt, mit dem Kopf in einer Linie mit dem Körper zu schlafen, nicht auf dem Bauch zu liegen und am Schreibtisch den Hals nicht lange in derselben Position zu halten.

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Zahnärztliche Behandlung, wenn auch der Kiefer eine Quelle ist

Kommen Schmerzen in Kaumuskulatur und Kiefergelenk hinzu, untersucht der Zahnarzt Muskeln und Gelenk und prüft bei nächtlichem Zähnepressen eine Aufbissschiene. Treten Nacken- und Kieferschmerz zusammen auf, ist es sinnvoll, beide Seiten gemeinsam anzugehen.

04

Interventionelle Schmerzbehandlungen

In Fällen, die auf Übungen und manuelle Therapie nicht ansprechen und deren Diagnose durch Nervenblockaden geklärt ist, können Schmerzspezialisten Eingriffe an den Gelenknerven des Halses vornehmen. Die Übersicht in The Lancet Neurology unterscheidet zwischen wahrscheinlichem und gesichertem zervikogenem Kopfschmerz; sie empfiehlt, dass die gesicherte Diagnose und die darauf gestützte Behandlung auf kontrollierten Nervenblockaden beruhen.

Häufige Fehler bei Schmerz vom Nacken

Die meisten Fehler entstehen daraus, dass man auf den Ort des Schmerzes schaut und die Quelle dort sucht.

Wegen eines in Gesicht oder Zahn ausstrahlenden Schmerzes einen gesunden Zahn behandeln lassen

Der Ort, an dem der Schmerz gespürt wird, zeigt nicht seine Quelle. Löst in den Tests kein Zahn den Schmerz aus, fragen Sie Ihren Arzt, ob der Schmerz vom Nacken oder von der Kaumuskulatur ausstrahlen kann. Ein verlorener Zahn kommt nicht zurück.

Eine Halskrause tragen und den Hals ruhigstellen

Der NHS schreibt, dass bei Nackenschmerz keine Halskrause getragen werden sollte und es besser ist, den Hals zu bewegen, sofern der Arzt nichts anderes sagt. Fahren Sie weder Auto noch Fahrrad, solange Sie den Kopf nicht frei drehen können.

Abflachung oder Verschleiß in der MRT für die sichere Ursache des Schmerzes halten

Die ICHD-3 schreibt, dass Bildbefunde an den oberen Halswirbeln auch bei Menschen ohne Kopfschmerz häufig sind. Ob Befund und Schmerz zusammenpassen, entscheidet die ärztliche Untersuchung.

Sich jeden Tag mit Schmerzmitteln behelfen

Der NHS schreibt, dass die Einnahme zu vieler Schmerzmittel selbst eine der Ursachen von Kopfschmerz ist. Ein Kopfschmerz, der mit Schmerzmitteln nicht vergeht oder regelmäßig wiederkehrt, ist ein Grund, zum Hausarzt zu gehen.

Taubheit oder Schwäche auf einen steifen Nacken schieben

MSD zählt Kraft- oder Gefühlsverlust in Armen und Beinen zu den Warnzeichen bei Nackenschmerz; auch beim Einriss einer Halsarterie wird ein anhaltender Kopf-, Hals- oder Gesichtsschmerz von neurologischen Zeichen begleitet. Warten Sie bei diesem Bild nicht.

Wann es besser wird und wann erneut nachgesehen werden sollte

Die Zeiten sind von Mensch zu Mensch verschieden. Der folgende Ablauf ist ein allgemeiner Rahmen; der Plan des Arztes, der Sie betreut, hat Vorrang.

  1. Die ersten Tage

    Der NHS schreibt, dass die meisten Nackenschmerzen einige Wochen dauern. In dieser Zeit helfen Bewegung des Halses, Wärme- oder Kälteanwendungen und Schmerzmittel.

  2. Nach einigen Wochen

    Sind Nackenschmerz oder Steifheit nach einigen Wochen nicht vergangen oder haben Schmerzmittel nicht geholfen, empfiehlt der NHS, zum Hausarzt zu gehen. Physiotherapie und Übungsprogramm beginnen in dieser Phase.

  3. Übungsprogramm

    In der australischen Studie dauerte die Behandlung 6 Wochen, und die Wirkung hielt 12 Monate an. Wichtig ist, die Übungen regelmäßig fortzusetzen.

  4. Wenn es anhält

    Bei regelmäßig wiederkehrendem Kopfschmerz, der auf die Behandlung nicht anspricht, wird an die Neurologie oder einen Schmerzspezialisten überwiesen; halten auch Gesichts- und Kieferschmerzen an, beurteilt der Zahnarzt Kiefergelenk und Muskeln erneut.

Warten Sie in diesen Fällen nicht

  • Sehr hohes Fieber, Nackensteife oder Lichtempfindlichkeit. Wählen Sie sofort den Notruf 112 oder gehen Sie in die Notaufnahme.
  • Taubheit oder Schwäche in Gesicht oder Körper, Sprach-, Gleichgewichts- oder Sehstörung. Wählen Sie sofort den Notruf 112. Fahren Sie nicht selbst.
  • Wenn der Schmerz durch Husten, Niesen, Vorbeugen oder Sport beginnt oder zunimmt. Der NHS verlangt bei diesem Kopfschmerz einen dringenden Termin beim Hausarzt; lassen Sie sich noch am selben Tag ärztlich untersuchen.
  • Schmerz, der nachts aus dem Schlaf weckt, ständig zunimmt und in Ruhe nicht vergeht, Nachtschweiß. MSD zählt dieses Bild zu den Zeichen, die auf einen Tumor oder eine Infektion hin abgeklärt werden müssen. Lassen Sie sich ohne zu warten ärztlich untersuchen.
  • Kopfschmerz zusammen mit Kieferschmerz beim Essen oder Empfindlichkeit der Kopfhaut. Der NHS verlangt bei diesem Bild einen dringenden Termin beim Hausarzt; lassen Sie sich noch am selben Tag ärztlich untersuchen. Bei Sehverlust wählen Sie den Notruf 112.
  • Schwierigkeiten oder Schmerzen beim Schlucken zusammen mit Nackenschmerz. MSD rät in diesem Fall, ohne Verzögerung zum Arzt zu gehen. Dieses Zeichen spricht weniger für die Nackenmuskulatur als für Rachen, Speiseröhre oder eine andere Struktur im Hals.

Was die Kosten bestimmt

Wir nennen hier keine einzelne Zahl, denn die Behandlung des Schmerzes vom Nacken ist nicht das Gebiet des Zahnarztes, sondern das von Physiotherapie, Neurologie und Schmerzspezialisten, und ihr Umfang ist von Mensch zu Mensch verschieden. Den Umfang bestimmen diese Punkte:

Wann die Diagnose gestellt wird
Wird ausstrahlender Schmerz früh erkannt, lassen sich unnötige Eingriffe an den Zähnen vermeiden.
Ob eine Bildgebung nötig ist
Bei typischen Fällen ohne Zeichen einer Nervenwurzelbeteiligung ist eine Bildgebung oft nicht der erste Schritt; je nach Befund wird eine MRT der Halswirbelsäule angefordert.
Zahl der Physiotherapiesitzungen
Die Dauer des Programms aus Übungen und manueller Therapie richtet sich nach dem Verlauf des Schmerzes.
Ein begleitendes Kieferproblem
Besteht auch ein Problem von Kiefergelenk oder Kaumuskulatur, sind die zahnärztliche Untersuchung und bei Bedarf eine Aufbissschiene ein eigener Posten.

Häufige Fragen

Was ist ein Kopfschmerz vom Nacken?

Ein Schmerz, der von einem Problem der Halswirbel, ihrer Gelenke, der Bandscheiben oder der Nackenmuskulatur ausgeht und in den Kopf ausstrahlt. Er ist meist einseitig, beginnt im Nacken und zieht nach vorn; Halsbewegung oder Druck auf die Nackenmuskeln löst den Schmerz aus.

Strahlt Nackenschmerz in Gesicht und Zähne aus?

Ins Gesicht kann er ausstrahlen: Die Schmerzsignale aus dem Hals laufen im Hirnstamm im selben Zentrum zusammen wie die Signale des Nervs, der die Empfindungen des Gesichts leitet, und der Schmerz kann in Stirn, Augenregion und Schläfe gespürt werden. Für einen vom Hals in die Zähne ausstrahlenden Schmerz gibt es keine starke Evidenz. Bei Schmerz im Zahn sollten zuerst Zahn und Kaumuskulatur beurteilt werden.

Wie unterscheide ich ihn vom Zahnschmerz?

Zahnschmerz kommt durch Wärme, Kälte, Süßes oder Zubeißen, und in den Tests löst ein Zahn den Schmerz aus. Schmerz vom Nacken verändert sich mit Halsbewegung, Haltung und Druck auf die Nackenmuskeln; die Zähne erweisen sich in den Tests als gesund.

Gibt es einen Zusammenhang mit Kiefergelenkschmerz?

Ja. In einer Metaanalyse von Beobachtungsstudien zeigte sich bei Menschen mit Problemen von Kiefergelenk und Kaumuskulatur, dass die nacken- und kieferbedingte Einschränkung miteinander zusammenhängen und die Halsbeweglichkeit stärker eingeschränkt ist. Was was verursacht, lässt sich aus diesen Studien allerdings nicht ablesen.

Verursacht eine schlechte Haltung Kopfschmerz vom Nacken?

Der NHS zählt schlechte Haltung, etwa langes Sitzen am Schreibtisch, zu den häufigen Ursachen von Nackenschmerz. In der Metaanalyse bei Menschen mit Kieferproblemen fand sich dagegen bei der nach vorn geneigten Kopfhaltung kein signifikanter Unterschied. Die Haltung kann ein Faktor sein, ist aber allein keine Erklärung.

Zu welchem Arzt sollte ich gehen?

Zuerst zum Hausarzt. Eine Überweisung an Physiotherapie, Neurologie oder einen Schmerzspezialisten ist möglich. Bestehen auch Gesichts- oder Zahnschmerzen, beurteilt der Zahnarzt Zähne, Kiefergelenk und Kaumuskulatur gesondert.

Geht Kopfschmerz vom Nacken weg?

Meist lässt er sich lindern. In einer randomisierten Studie mit 200 Patienten in Australien senkten 6 Wochen Übungen oder manuelle Therapie Häufigkeit und Stärke der Kopfschmerzen, und die Wirkung hielt 12 Monate an.

Wann sind Nacken- und Kopfschmerzen gefährlich?

Sehr hohes Fieber, Nackensteife oder Lichtempfindlichkeit, ein Krampfanfall, eine Kopfverletzung in den letzten 3 Monaten, Taubheit oder Schwäche in Gesicht oder Körper, Sprach-, Gleichgewichts- oder Sehstörung, Verwirrtheit, plötzlicher, sehr heftiger Schmerz und von der Brust in den Hals ausstrahlender Schmerz sind Notfallzeichen. Wählen Sie in diesen Fällen den Notruf 112.

Quellen

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