Aussehen & Funktion
Schmaler Gaumen, schmaler Oberkiefer: Anzeichen und Möglichkeiten bei Erwachsenen
Beißen die oberen Seitenzähne innerhalb der unteren zu, stehen die Zähne eng oder wirken die Mundwinkel beim Lächeln dunkel, kann die Ursache im Kiefer selbst liegen
Der Oberkiefer funktioniert wie ein Bogen, der den Unterkiefer von außen umfasst: Bei geschlossenem Mund stehen die oberen Seitenzähne etwas außerhalb der unteren. Bleibt der Oberkiefer schmal, gerät diese Ordnung durcheinander. Die Seitenzähne beißen verkehrt herum zusammen, die Frontzähne finden keinen Platz und stehen eng, zu beiden Seiten des Lächelns entstehen dunkle Lücken. In der Kindheit lässt sich das meist mit einer einfachen Dehnapparatur beheben; beim Erwachsenen verlangt es andere Wege, weil die Knochennaht verknöchert ist. Im Folgenden erfahren Sie, wie sich ein schmaler Oberkiefer erkennen lässt, wie unterschieden wird, ob das Problem bei den Zähnen oder im Knochen liegt, was die schraubengestützte Erweiterung (MARPE), die chirurgisch unterstützte Erweiterung (SARPE) und die Kieferorthopädie beim Erwachsenen leisten und was nicht, und wie sich das auf die Implantatplanung in einem zahnlosen Oberkiefer auswirkt.
Kurze Antwort
Ein schmaler Oberkiefer ist im Verhältnis zum Unterkiefer in der Breite zu schmal. Das typischste Zeichen ist ein seitlicher Kreuzbiss: Die oberen Seitenzähne beißen nicht außerhalb, sondern innerhalb der unteren zu. Enge Zähne, dunkle Lücken zu beiden Seiten des Lächelns und eine verstopfte Nase können hinzukommen. Da die Gaumennaht beim Erwachsenen weitgehend verknöchert ist, reicht die Dehnapparatur wie bei Kindern meist nicht; besprochen werden eine mit Schrauben im Knochen verankerte Erweiterung (MARPE) oder eine chirurgisch unterstützte Erweiterung (SARPE). Wird bemerkt, dass Ihre Atmung im Schlaf aussetzt, gehen Sie auch zu Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.
- Typisches Zeichen
- Kreuzbiss im Seitenzahnbereich: Die oberen Zähne beißen innerhalb der unteren zu
- Warum es beim Erwachsenen schwierig ist
- Die Knochennaht in der Mitte des Gaumens ist meist verknöchert, wie stark, ist von Mensch zu Mensch verschieden
- Möglichkeit ohne Operation
- MARPE: eine Dehnapparatur, die mit Schrauben im Gaumen verankert ist
- Im zahnlosen Oberkiefer
- Der Knochen baut sich nach innen und oben ab, der Kiefer wirkt schmaler
Warum der Oberkiefer schmal bleibt und wie man es erkennt
Der Gaumen besteht aus zwei Hälften, die in der Mitte durch eine von vorn nach hinten verlaufende Knochennaht verbunden sind. Die Cleveland Clinic beschreibt, dass Dehnapparaturen diese beiden Hälften langsam auseinanderbewegen und sich der Spalt dazwischen mit neuem Knochen füllt. In der Kindheit ist diese Naht offen, deshalb ist die Erweiterung vergleichsweise einfach; nach der Pubertät verknöchert die Naht zunehmend, und beim Erwachsenen kippt dieselbe Apparatur meist nicht den Knochen, sondern die Zähne zur Seite. Das ist es, was den schmalen Oberkiefer beim Erwachsenen zu einem eigenen Thema macht.
Dass der Oberkiefer schmal bleibt, hat mehr als eine Ursache. Die Cleveland Clinic schreibt, dass bei Kindern, die durch den Mund atmen, das Gesicht schmal sein kann, der Unterkiefer zurückbleiben kann und obere und untere Zähne möglicherweise nicht aufeinanderpassen. Ist die Nase verstopft, liegt die Zunge am Mundboden und stützt den Oberkiefer nicht von innen; das ist eine der möglichen Erklärungen dafür, dass Mundatmung und schmaler Gaumen oft zusammen auftreten. Auch die genetisch bedingte Gesichtsform, Kindheitsgewohnheiten wie Daumenlutschen und Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten zählen zu den genannten Ursachen. Beim Erwachsenen gibt es meist nicht nur eine Ursache; worauf es ankommt, ist nicht die Ursache, sondern den heutigen Zustand richtig zu messen.
Das deutlichste Zeichen ist ein Kreuzbiss im Seitenzahnbereich. Die kieferorthopädische Übersichtsarbeit von Cochrane beschreibt ihn als Zubeißen der oberen Seitenzähne innerhalb der unteren und schreibt, dass er bei etwa 4 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Europa und bei etwa 17 Prozent in Amerika vorkommt. Die Übersichtsarbeit hält fest, dass der Kreuzbiss mit Zahnabnutzung, einer abweichenden Entwicklung der Kiefer, Gelenkproblemen und einem unausgewogenen Gesichtsbild in Verbindung gebracht wird. Ist der Biss auf einer Seite gestört, kann der Unterkiefer beim Schließen zu dieser Seite rutschen; dieses Abgleiten kann sich mit der Zeit zur Gewohnheit entwickeln, nur auf einer Seite zu kauen.
Zu Hause können Sie eine einfache Kontrolle machen. Ziehen Sie vor dem Spiegel Ihre Lippen mit den Fingern zur Seite und beißen Sie die Seitenzähne zusammen. Normalerweise überdeckt die Außenfläche der oberen kleinen und großen Backenzähne die unteren von außen ein wenig. Sehen Sie auf einer oder beiden Seiten, dass die unteren Zähne nach außen überstehen und die oberen innen liegen, kann ein Kreuzbiss vorliegen. Spüren Sie, dass Ihr Kiefer beim langsamen Schließen des Mundes zu einer Seite rutscht, notieren Sie auch das. Diese Kontrolle stellt keine Diagnose, sie macht aber klarer, was Sie der Zahnärztin oder dem Zahnarzt sagen.
Die eigentliche Unterscheidung ist, ob das Problem bei den Zähnen oder im Knochen liegt. Manchmal ist die knöcherne Basis des Kiefers breit genug, aber die oberen Seitenzähne sind nach innen geneigt; das ist ein dentaler Kreuzbiss und lässt sich mit einer festen Zahnspange oder mit Schienen korrigieren. Manchmal ist die knöcherne Basis selbst schmal; die oberen Zähne haben schon versucht, das durch eine Neigung nach außen auszugleichen, und sie noch weiter nach außen zu drücken, löst das Problem nicht. Die Cleveland Clinic fasst das in einem schlichten Satz zusammen: Eine Zahnspange kann Zähne bewegen, aber nicht den Kieferknochen. Diese Unterscheidung erfolgt mit Untersuchung, Modellen und, wenn nötig, einem dreidimensionalen DVT.
Das Alter allein entscheidet nicht. Eine systematische Übersichtsarbeit über Studien, die den Verknöcherungsgrad der Gaumennaht mit dem DVT beurteilten, schreibt, dass der Zusammenhang zwischen der Reifung der Naht und dem kalendarischen Alter schwach ist und besonders bei jungen Erwachsenen im selben Alter sehr unterschiedliche Stadien zu sehen sind. Bei zwei 20-Jährigen kann die Naht also bei einem noch teilweise offen und beim anderen verknöchert sein. Welcher Weg der Erweiterung beim Erwachsenen gewählt wird, beruht deshalb nicht auf dem Alter, sondern auf der Bildgebung.
Ein schmaler Oberkiefer hat auch eine sichtbare ästhetische Wirkung: die dunklen Dreiecke zu beiden Seiten der Zähne beim Lächeln, zwischen Wange und Zähnen. In einer Studie, in der einer Gruppe von 30 Beurteilenden dieselben Gesichter mit unterschiedlich breitem Lächeln gezeigt wurden, wurde ein breites, seitlich gefülltes Lächeln attraktiver gefunden als ein schmales; dieser Befund galt für Frauen- und Männergesichter gleichermaßen. Die Autoren empfahlen, breite dunkle Ecken in der kieferorthopädischen Behandlungsplanung in die Problemliste aufzunehmen. Das ist eine Wahrnehmungsstudie; die einzige Ursache dunkler Ecken ist nicht der schmale Kiefer, auch die Stellung der Zähne und die Bewegung der Lippen wirken mit.
Im zahnlosen Oberkiefer entsteht das Bild auf einem ganz anderen Weg. Nach dem Verlust der Zähne baut sich der Kieferknochen ab, und dieser Abbau verläuft in beiden Kiefern in unterschiedliche Richtungen. In einer Studie, die 123 zahnlose, trockene Kieferknochen untersuchte, 24 Ober- und 99 Unterkiefer, zeigte sich, dass sich der Oberkiefer nach innen und oben, der Unterkiefer dagegen nach außen und unten abbaut und der zahnlose Oberkiefer am Ende auf gleicher Höhe mit dem Unterkiefer oder innerhalb davon liegt. Bei jemandem, der jahrelang zahnlos war oder eine Prothese getragen hat, wirkt der Oberkiefer deshalb „schmal“; das Problem ist hier nicht angeboren, sondern entsteht durch den Abbau nach dem Zahnverlust. Dieser Unterschied wird bei der Planung festsitzender Zähne für den ganzen Mund als eine Größe berücksichtigt, die den Winkel der Implantate und den Bogen beeinflusst, auf dem die Zähne aufgestellt werden.
Welches Bild an die Zähne und welches an den Knochen denken lässt
Die erste Liste nennt Zeichen, die vermuten lassen, dass das Problem eher in der Stellung der Zähne liegt; damit gehen Sie zu Ihrer Kieferorthopädin oder Ihrem Kieferorthopäden. Die zweite Liste nennt Zeichen, die vermuten lassen, dass die knöcherne Basis schmal ist oder ein anderes Problem hinzukommt; hier sollte die Beurteilung umfassender sein.
Wann es passt
- Kreuzbiss nur an ein oder zwei ZähnenBeißt ein einzelner Zahn nach innen, hat das meist mit der Stellung dieses Zahns zu tun. Es kann ein dentales Problem sein, das sich mit einer festen Zahnspange oder einer durchsichtigen Schiene korrigieren lässt.
- Obere Seitenzähne deutlich nach innen geneigtReicht die knöcherne Basis aus und sind die Zähne nach innen gekippt, kann das Aufrichten der Zähne den Biss korrigieren. Diese Unterscheidung erfolgt mit Untersuchung und Modellen.
- Leichter Engstand, normaler BissStehen die Zähne etwas eng, beißen die Seitenzähne aber richtig zusammen, ist das Problem eher Platzmangel. Es gibt mehrere Wege, Platz zu gewinnen; die Erweiterung ist nur einer davon.
- Kreuzbiss in der Kindheit korrigiert, im Erwachsenenalter leicht zurückgekehrtNach einer Erweiterung wird ein gewisser Rückfall erwartet. Ein kleiner Rückfall erfordert möglicherweise keine erneute knöcherne Erweiterung; Ihre Kieferorthopädin oder Ihr Kieferorthopäde vergleicht mit den alten Unterlagen.
Wann eher nicht
- Kreuzbiss auf beiden Seiten und nach außen geneigte obere ZähneDieses Bild lässt vermuten, dass die knöcherne Basis schmal ist. Die Zähne noch weiter nach außen zu drücken, kann den Halt im Knochen überfordern; mit einem DVT werden die Möglichkeiten einer knöchernen Erweiterung besprochen.
- Atemaussetzer im Schlaf, Schnarchen und starke TagesmüdigkeitDer NHS empfiehlt, sich bei Atmung, die im Schlaf aussetzt und wieder einsetzt, bei Aufwachen mit Luftnot oder Erstickungsgefühl und bei ständiger Tagesmüdigkeit an die Hausärztin oder den Hausarzt zu wenden. Schlafapnoe ist eine eigene Diagnose; sie sollte vor einer Behandlung von Mund und Kiefer beurteilt werden.
- Ständige Mundatmung und verstopfte NaseIst die Nase verstopft, kann zuerst eine Beurteilung in der HNO-Praxis nötig sein. Ob eine zahnärztliche Behandlung, die vor der Lösung des Nasenproblems erfolgt, dauerhaft hält, ist umstritten.
- Deutliche Asymmetrie des Kiefers oder vorstehender UnterkieferDas Problem kann nicht nur in der Breite liegen, sondern auch in der Lage der Kiefer von vorn nach hinten oder in der Höhe. Dann kommt eine Behandlung infrage, die Kieferorthopädie und Kieferchirurgie gemeinsam planen.
- Wenn Sie seit Langem zahnlos sind oder eine Prothese tragenDer Oberkiefer baut sich nach dem Zahnverlust nach innen und oben ab. Hier geht es nicht um eine Erweiterung, sondern darum, das Knochenvolumen im Hinblick auf die Lage von Implantaten und Zähnen mit einem DVT zu beurteilen.
Wie ein schmaler Oberkiefer beim Erwachsenen beurteilt und behandelt wird
Die Reihenfolge beginnt damit, begleitende Gesundheitsprobleme abzugrenzen, geht dann zur Frage über, ob das Problem bei den Zähnen oder im Knochen liegt, und zuletzt zum Behandlungsweg.
- 1
Fragen zu Schlaf und Nase
Gefragt wird nach Schnarchen, Atemaussetzern im Schlaf, Tagesmüdigkeit und ständiger Mundatmung. Liegt das vor, wird wegen Schlafapnoe und verstopfter Nase eine Beurteilung bei der Hausärztin oder dem Hausarzt oder in der HNO-Praxis geplant.
- 2
Untersuchung von Biss und Abgleiten
Die Zahnärztin oder der Zahnarzt prüft, ob der Kreuzbiss ein- oder beidseitig ist, ob der Unterkiefer beim Schließen des Mundes zu einer Seite abgleitet, achtet auf Zahnabnutzung und auf das Kiefergelenk.
- 3
Dental oder skelettal
Mit Modellen, einem Intraoralscan und, wenn nötig, einem dreidimensionalen DVT werden die Breite der knöchernen Basis und die Neigung der oberen Zähne gemessen. Eine DVT-Studie zeigt, dass bei Erwachsenen mit Kreuzbiss an der Außenfläche der Seitenzähne häufiger Knochenfreilegungen auftreten; das macht es umso wichtiger, den Knochen zu sehen, bevor die Zähne nach außen gedrückt werden.
- 4
Beurteilung der Gaumennaht
Wie weit die Naht beim Erwachsenen verknöchert ist, lässt sich am Alter nicht abschätzen; das im DVT sichtbare Stadium gibt die Richtung vor, ob eine Erweiterung mit Schrauben oder chirurgische Unterstützung nötig wird.
- 5
Wahl des Erweiterungswegs
Bei dentalen Problemen eine feste Zahnspange oder Schienen; bei knöcherner Enge eine mit Schrauben im Knochen verankerte Erweiterung (MARPE) oder eine chirurgisch unterstützte Erweiterung (SARPE); passen die Kiefer zusätzlich von vorn nach hinten oder in der Höhe nicht zueinander, werden Kieferorthopädie und Kieferchirurgie gemeinsam geplant.
- 6
Erweiterung und Wartezeit
Die Cleveland Clinic schreibt, dass es bei Jugendlichen und Erwachsenen länger als bei Kindern dauert, das Ergebnis zu erreichen, und bis zu einem Jahr dauern kann, und dass die Apparatur nach Erreichen der gewünschten Breite noch 4 bis 6 Monate eingesetzt bleiben kann, damit sich der Knochen festigt. Danach wird die Stellung der Zähne kieferorthopädisch vervollständigt.
- 7
Planung im zahnlosen Oberkiefer
Sind alle Zähne verloren, stellt sich die Frage einer Erweiterung nicht. Im DVT werden Breite und Höhe des Knochens und die Lage der Kieferhöhlen gemessen; danach richten sich der Winkel der Implantate und der Bogen, auf dem die festsitzenden Zähne aufgestellt werden. Bei implant72 werden Implantate und festsitzende Zähne in 3 Tagen / 72 Stunden fertiggestellt, und die am 3. Tag eingesetzten Zähne sind die endgültigen Zähne; deshalb wird eine Zahnaufstellung, die den schmaler gewordenen Bogen des Oberkiefers berücksichtigt, von Anfang an anhand des DVT geplant.
Möglichkeiten beim schmalen Oberkiefer im Erwachsenenalter
Die Möglichkeiten hängen davon ab, wo das Problem liegt und wie groß es ist. Jede hat ihren eigenen Preis und ihre eigene Grenze.
Kieferorthopädische Behandlung (feste Zahnspange oder durchsichtige Schiene)
Reicht die knöcherne Basis aus, kann sie nach innen geneigte Zähne aufrichten und Biss und Engstand korrigieren. Die knöcherne Enge beseitigt sie nicht; ihre Grenze ist das, was der Knochen an der Außenfläche der Zähne zulässt.
MARPE: schraubengestützte schnelle Gaumennahterweiterung
Die Apparatur ist an kleinen Schrauben verankert, die in den Gaumen gesetzt werden, und überträgt die Kraft direkt auf den Knochen. In einer systematischen Übersichtsarbeit über Patienten ab 16 Jahren lag die durchschnittliche Erfolgsrate bei 92,5 Prozent, die Dauer der Erweiterung zwischen 20 und 126 Tagen; die Qualität der Evidenz wurde jedoch als sehr niedrig eingestuft. Eine andere Übersichtsarbeit berichtet über einen gewissen Rückfall auf knöcherner und dentaler Ebene im Lauf der Zeit.
SARPE: chirurgisch unterstützte schnelle Gaumennahterweiterung
Die Kieferchirurgin oder der Kieferchirurg löst die Naht des Oberkiefers und die seitlichen knöchernen Verbindungen, danach wird mit der Apparatur erweitert. Die Cleveland Clinic schreibt, dass dieser Weg bei mittleren und schweren Fällen oder bei Erwachsenen, deren Gesichtsknochen ausgewachsen sind, häufig genutzt wird. Eine Übersichtsarbeit, die MARPE und SARPE vergleicht, schreibt, dass dentale Nebenwirkungen wie das Kippen der Zähne eher bei MARPE, chirurgische Komplikationen eher bei SARPE berichtet wurden; von den 26 Studien der Übersichtsarbeit untersuchten jedoch 21 SARPE und nur 4 MARPE.
Kieferchirurgie (orthognathe Chirurgie)
Passt der Oberkiefer neben der Breite auch von vorn nach hinten oder in der Höhe nicht, lässt sich der Kiefer in Segmenten neu positionieren. Eine umfassendere Behandlung, die zusammen mit der Kieferorthopädie geplant wird.
Akzeptieren und beobachten
Macht der Kreuzbiss keine Schmerzen, keine Abnutzung und keine Kauprobleme und stört Sie das Aussehen nicht, ist Beobachten ebenfalls eine Möglichkeit. Zahnabnutzung, Zahnfleischrückgang und Kiefergelenk müssen regelmäßig kontrolliert werden.
Festsitzende Zähne auf Implantaten im zahnlosen Oberkiefer
Ist der Oberkiefer nach dem Zahnverlust schmaler geworden, wird nicht erweitert; die festsitzenden Zähne werden auf den Implantaten auf einem Bogen aufgestellt, der zum Unterkiefer passt. Ist der Knochen stark abgebaut, werden Möglichkeiten wie ein Knochenaufbau oder ein im Jochbein verankertes Zygoma-Implantat besprochen.
Häufige Fehler beim schmalen Oberkiefer
Das Folgende sind häufige Entscheidungsfehler bei der Behandlung eines schmalen Oberkiefers beim Erwachsenen und die Risiken der Behandlung selbst. Wir schreiben sie auf, damit Sie Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt die richtigen Fragen stellen können.
Eine knöcherne Enge nur mit der Zahnspange lösen wollen
Eine Zahnspange bewegt Zähne, sie verbreitert nicht den Kieferknochen. Ist die knöcherne Basis schmal, kann das Kippen der Zähne nach außen den Biss vorübergehend korrigieren, aber den dünnen Knochen an der Außenfläche der Zähne überfordern und das Risiko eines Rückfalls erhöhen.
Die Methode nach dem Alter wählen
Die Verknöcherung der Gaumennaht hängt nur schwach mit dem Alter zusammen. Bevor es heißt „in diesem Alter geht es mit Schrauben nicht“ oder „in diesem Alter geht es sicher“, bitten Sie darum, dass der Zustand der Naht im DVT angesehen wird.
Die Wirkung von MARPE auf Zähne und Zahnfleisch nicht kennen
In einer systematischen Übersichtsarbeit, die acht Studien zusammenfasste, wurden nach MARPE eine stärkere seitliche Neigung der Zähne, eine Abnahme von Dicke und Höhe des Knochens an der Außenfläche und Veränderungen am Weichgewebe der Nase berichtet. Fragen Sie anhand Ihres eigenen DVT, wie wahrscheinlich diese Nebenwirkungen sind.
SARPE für risikolos halten
In einer systematischen Übersichtsarbeit über 12 Studien mit insgesamt 851 Patienten wurden nach chirurgisch unterstützter Erweiterung 187 Komplikationen berichtet, also 21,97 Prozent; die meisten waren kleinere Komplikationen. Nasenbluten wurde mit 2,47 Prozent, eine unzureichende Erweiterung mit 4,47 Prozent berichtet.
Schlafapnoe mit einer zahnärztlichen Behandlung abtun
Die Cleveland Clinic schreibt, dass eine Gaumenerweiterung manchen Patienten mit Schlafapnoe helfen kann, Diagnose und Behandlung der Schlafapnoe beruhen aber auf einer Schlafuntersuchung. Bestehen Schnarchen und Atemaussetzer, sollte zuerst eine Schlafbeurteilung erfolgen.
Der Verlauf nach der Erweiterung
Die Zeiten hängen von der Person und der Methode ab. Der folgende Ablauf ist der übliche Verlauf, wie ihn die Quellen beschreiben; der Plan Ihrer Kieferorthopädin oder Ihres Kieferorthopäden und Ihrer Chirurgin oder Ihres Chirurgen hat Vorrang.
Die ersten Tage
Die Cleveland Clinic schreibt, dass eine neue Dehnapparatur in den ersten Tagen leichte Schmerzen, Kopfschmerzen, vermehrten Speichelfluss und Lispeln verursachen kann. Bei SARPE kommen Schwellung und Schmerzen nach der Operation hinzu.
Aktive Erweiterung
Die Schraube der Apparatur wird in bestimmten Abständen gedreht. Eine Lücke zwischen den Frontzähnen kann ein Zeichen sein, dass sich der Knochen tatsächlich trennt; die Cleveland Clinic weist darauf hin, dass diese Lücke später kieferorthopädisch geschlossen wird.
Wartezeit
Ist die gewünschte Breite erreicht, bleibt die Apparatur noch einige Monate eingesetzt, damit sich der geöffnete Bereich mit Knochen füllt und festigt.
Kieferorthopädie und Stabilisierung
Das Einordnen der Zähne in den neuen Bogen wird kieferorthopädisch abgeschlossen. Da ein gewisser Rückfall erwartet wird, wird besprochen, wie und wie lange nach der Behandlung Retainer getragen werden.
Warten Sie in diesen Fällen nicht
- Die Apparatur hat sich gelockert, ist gebrochen oder eine Schraube wackelt. Versuchen Sie nicht, sie selbst zu entfernen oder festzuziehen; gehen Sie noch in derselben Woche zu Ihrer Kieferorthopädin oder Ihrem Kieferorthopäden.
- Der Schmerz nimmt zu, Schwellung und Fieber sind hinzugekommen. Besonders nach einer Operation oder nach dem Setzen von Schrauben kann das ein Zeichen einer Infektion sein; rufen Sie noch am selben Tag Ihre Zahnärztin oder Ihren Zahnarzt an. Bei einer sich rasch ausbreitenden Schwellung, die das Atmen oder Schlucken erschwert, wählen Sie den Notruf 112 oder gehen Sie in die nächste Notaufnahme.
- Das Nasenbluten hört nicht auf. Nasenbluten gehört zu den berichteten Komplikationen nach SARPE. Hört die Blutung trotz Druck nicht auf, rufen Sie Ihre Chirurgin oder Ihren Chirurgen an oder gehen Sie in die Notaufnahme.
- Nach einem Schlag hat sich Ihr Biss plötzlich verändert. Beißen die Zähne plötzlich anders zusammen oder können Sie den Mund nicht schließen, kann ein Kieferbruch oder eine Kieferluxation vorliegen; gehen Sie ohne zu warten in die Notaufnahme und versuchen Sie nicht, den Kiefer selbst einzurenken. Haben Sie Atemnot, hört eine Blutung nicht auf, sind Sie ohnmächtig geworden oder tritt klare Flüssigkeit aus Ohr oder Nase aus, wählen Sie den Notruf 112.
- Atemaussetzer im Schlaf wurden bemerkt. Gehen Sie zusammen mit der Person, die es beobachtet hat, zu Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt; dort wird entschieden, ob eine Schlafuntersuchung nötig ist.
Was den Umfang bestimmt
Eine Zahl finden Sie hier nicht. Diese Punkte bestimmen den Umfang der Behandlung eines schmalen Oberkiefers:
- Ob das Problem bei den Zähnen oder im Knochen liegt
- Zwischen einem dentalen Problem, das sich allein mit Kieferorthopädie lösen lässt, und einer skelettalen Enge, die eine knöcherne Erweiterung erfordert, ist der Unterschied im Umfang groß.
- Die Methode der Erweiterung
- Bei MARPE kommen Schrauben und eine spezielle Apparatur hinzu, bei SARPE Operation, Narkose und chirurgische Nachsorge.
- Dauer der Kieferorthopädie
- Das Einordnen der Zähne und die Stabilisierung nach der Erweiterung können Monate bis Jahre dauern.
- Begleitende Probleme
- Bestehen eine verstopfte Nase, Schlafapnoe oder eine Fehlstellung der Kiefer von vorn nach hinten, kommen Beurteilung und Behandlung durch andere Fachrichtungen hinzu.
- Knochenzustand im zahnlosen Oberkiefer
- Reicht das Knochenvolumen aus, werden die Implantate direkt geplant; reicht es nicht, verändern Möglichkeiten wie ein Knochenaufbau oder ein Zygoma-Implantat den Umfang.
Häufige Fragen
Woran erkennt man einen schmalen Gaumen?
Das typischste Zeichen ist ein Kreuzbiss im Seitenzahnbereich: Wenn Sie den Mund schließen, liegen die oberen Seitenzähne nicht außerhalb, sondern innerhalb der unteren. Eng stehende Frontzähne, dunkle Lücken zu beiden Seiten beim Lächeln und ständige Mundatmung können hinzukommen. Die sichere Beurteilung erfolgt mit Untersuchung, Modell und, wenn nötig, einem DVT.
Lässt sich der Gaumen bei Erwachsenen erweitern?
Ja, aber nicht wie bei Kindern. Da die Gaumennaht beim Erwachsenen weitgehend verknöchert ist, bewegt die klassische, an den Zähnen befestigte Apparatur meist nicht den Knochen, sondern die Zähne. Die mit Schrauben im Knochen verankerte MARPE und die chirurgisch unterstützte SARPE sind die beiden Hauptwege beim Erwachsenen.
Was ist der Unterschied zwischen MARPE und SARPE?
MARPE ist an kleinen Schrauben im Gaumen verankert, überträgt die Kraft direkt auf den Knochen und erfordert keine Operation. Bei SARPE löst die Chirurgin oder der Chirurg zuerst die knöchernen Verbindungen, danach wird mit der Apparatur erweitert. Eine Übersichtsarbeit schreibt, dass dentale Nebenwirkungen eher bei MARPE, chirurgische Komplikationen eher bei SARPE berichtet wurden.
Bis zu welchem Alter ist MARPE möglich?
Eine feste Altersgrenze gibt es nicht. Die Verknöcherung der Gaumennaht hängt nur schwach mit dem kalendarischen Alter zusammen; bei zwei Menschen im selben Alter kann sie verschieden sein. Deshalb wird nicht nach dem Alter, sondern nach dem Zustand von Naht und Knochen im DVT entschieden. Zwei Übersichtsarbeiten über Patienten in der späten Jugend und im Erwachsenenalter berichten durchschnittliche Erfolgsraten von 92,5 Prozent und 93,87 Prozent, in beiden wurde die Qualität der Evidenz aber als sehr niedrig eingestuft.
Verändert ein schmaler Oberkiefer die Gesichtsform?
Die Cleveland Clinic schreibt, dass bei Kindern, die durch den Mund atmen, das Gesicht schmal und der Unterkiefer zurückliegend sein kann. Beim Erwachsenen fallen am ehesten die dunklen Lücken zu beiden Seiten des Lächelns auf. Die Wirkung der Erweiterung auf das Aussehen des Gesichts ist begrenzt; eine Übersichtsarbeit berichtet nach MARPE über Veränderungen am Weichgewebe der Nase.
Verursacht ein schmaler Gaumen Schnarchen oder Schlafapnoe?
Ein schmaler Oberkiefer kann zusammen mit engen Nasenwegen und Mundatmung auftreten; die Cleveland Clinic schreibt, dass eine Gaumenerweiterung manchen Patienten mit Schlafapnoe helfen kann. Die Diagnose der Schlafapnoe wird aber mit einer Schlafuntersuchung gestellt. Bestehen Atemaussetzer im Schlaf, gehen Sie zuerst zu Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.
Reicht eine Zahnspange allein aus?
Stehen die Zähne nach innen geneigt, reicht sie meist aus. Ist die knöcherne Basis schmal, kann die Zahnspange den Biss durch Kippen der Zähne nach außen bis zu einem gewissen Grad korrigieren, aber sie verbreitert den Knochen nicht und kann den dünnen Knochen an der Außenfläche der Zähne überfordern. Diese Unterscheidung trifft Ihre Kieferorthopädin oder Ihr Kieferorthopäde mit Modellen und DVT.
Mir werden die Zähne gezogen. Verhindert ein schmaler Oberkiefer ein Implantat?
Er verhindert es nicht, verändert aber den Plan. Nach dem Zahnverlust baut sich der Oberkiefer nach innen und oben ab und kann im Verhältnis zum Unterkiefer schmal bleiben. Der Winkel der Implantate, der Bogen, auf dem die festsitzenden Zähne aufgestellt werden, und bei Bedarf ein Knochenaufbau werden anhand des DVT geplant.
Geht der Kiefer nach der Erweiterung in den alten Zustand zurück?
Ein gewisser Rückfall ist möglich. Eine Übersichtsarbeit über die Langzeitergebnisse von MARPE berichtet über einen gewissen Rückfall auf knöcherner und dentaler Ebene im Lauf der Zeit. Deshalb sind die Stabilisierungsphase nach der Erweiterung und die Retainer, die Ihre Kieferorthopädin oder Ihr Kieferorthopäde empfiehlt, wichtig.
Quellen
- Cleveland ClinicPalate Expander: Uses, Types & Adjusting
- Cleveland ClinicMouth Breathing: Symptoms, Complications & Treatment
- NHSSleep apnoea
- Cochrane Database of Systematic Reviews (PubMed)Orthodontic treatment for posterior crossbites.
- European Journal of Orthodontics (PubMed)Efficacy of Miniscrew-Assisted Rapid Palatal Expansion (MARPE) in late adolescents and adults: a systematic review and meta-analysis.
- BMC Oral Health (PubMed)Long-term efficacy and stability of miniscrew-assisted rapid palatal expansion in mid to late adolescents and adults: a systematic review and meta-analysis.
- International Journal of Oral and Maxillofacial Surgery (PubMed)Surgically assisted rapid maxillary expansion: a systematic review of complications.
- Dentistry Journal (PubMed)Comparison of Side Effects Between Miniscrew-Assisted Rapid Palatal Expansion (MARPE) and Surgically Assisted Rapid Palatal Expansion (SARPE) in Adult Patients: A Scoping Review.
- European Journal of Paediatric Dentistry (PubMed)Cone Beam Computed Tomography evaluation of midpalatal suture maturation according to age and sex: A systematic review.
- Progress in Orthodontics (PubMed)Prevalence of posterior alveolar bony dehiscence and fenestration in adults with posterior crossbite: a CBCT study.
- American Journal of Orthodontics and Dentofacial Orthopedics (PubMed)Buccal corridors and smile esthetics.
- Journal of Prosthodontics (PubMed)Morphologic characteristics of bony edentulous jaws.
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